Training für Flug zur ISS USA lassen Kosmonaut nicht einreisen

Für seine Reise ins All soll der Russe Nikolai Tschub in Texas trainieren. Nun wurde ihm nach russischen Angaben das Visum verweigert. Ein Missverständnis?
Auf der ISS arbeiten die Nationen eng zusammen – unabhängig von Konflikten auf der Erde (Archivfoto)

Auf der ISS arbeiten die Nationen eng zusammen – unabhängig von Konflikten auf der Erde (Archivfoto)

Foto: HANDOUT / Reuters

Die Konflikte zwischen Moskau und Washington haben nun auch die Raumfahrt erreicht. Nach Angaben von Russlands Raumfahrtbehörde Roskosmos haben US-Behörden dem Kosmonauten Nikolai Tschub ein Einreisevisum verweigert. »Das ist ein gefährlicher Präzedenzfall für die Zusammenarbeit auf der Internationalen Raumstation ISS«, schrieb Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin im Nachrichtenkanal Telegram. Moskau habe immer US-Astronauten ein Visum ausgestellt.

Rogosin forderte die US-Raumfahrtbehörde Nasa auf, Stellung zu dem Fall zu beziehen. Er hoffe, dass es sich dabei nur um ein Missverständnis handele, sagte er dem Radiosender Echo Moskwy.

Gemeinsamer Flug zur ISS für 2023 geplant

Tschub wollte sich den Angaben zufolge auf einen für 2023 geplanten Flug zur ISS gemeinsam mit US-Kollegen im Johnson Space Center in Houston im Bundesstaat Texas vorbereiten. Solche Trainings sind üblich.

Russland und die USA wollen wieder Raumfahrer des jeweils anderen Landes in ihren Raumschiffen mit zur ISS nehmen. Seit die Nasa private US-Unternehmen dafür nutzt, flogen Astronauten und Kosmonauten getrennt zu der Raumstation.

Die Nasa hatte zum Jahreswechsel einem Weiterbetrieb der ISS bis 2030 zugestimmt. Roskosmos will eine entsprechende Verlängerung nun der Regierung in Moskau vorschlagen. Rogosin hatte noch im vergangenen Jahr mit einem möglichen Rückzug aus dem Projekt schon ab 2025 mit Verweis auf US-Sanktionen gegen eigene Raumfahrtunternehmen gedroht.

Angesichts des massiven russischen Truppenaufmarschs in Nähe der Grenze zur Ukraine sind Beziehungen zwischen Russland und dem Nato-Land USA derzeit angespannt. Die USA hatten jüngst vor einer militärischen Eskalation des Konflikts gewarnt. »Wir befinden uns jetzt in einem Stadium, in dem Russland jederzeit einen Angriff auf die Ukraine starten könnte«, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki. Die Lage sei »äußerst gefährlich«. Die US-Regierung halte sich daher alle Möglichkeiten offen. »Keine Option ist vom Tisch«, sagte Psaki.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels war vom Nato-Land Russland die Rede. Durch ein Versehen ist ein unvollständiger Satz veröffentlicht worden. Wir haben den Fehler sofort korrigiert.

muk/dpa