Kirchenmassaker von Sutherland Springs US-Luftwaffe wegen Gewalttat von Ex-Soldat zu Millionenentschädigung verurteilt

Ein Attentäter verübt in einer Kirche in Texas ein Massaker. Nun, fünf Jahre nach der Tat, muss das US-Militär Entschädigung zahlen: Die Luftwaffe hatte Informationen über ihren Ex-Soldaten nicht ans FBI weitergegeben.
Kreuze für die Opfer von Sutherland Springs

Kreuze für die Opfer von Sutherland Springs

Foto: Eric Gay / dpa

2017 hatte der Ex-Soldat Devin Patrick Kelley in einer Kirche 26 Menschen getötet. Nun ist die US-Luftwaffe gut fünf Jahre nach der Gewalttat zu einer Entschädigungszahlung in Höhe von mehr als 230 Millionen Dollar (202 Millionen Euro) verurteilt worden. Ein Bundesrichter sprach den Überlebenden und Hinterbliebenen des Angriffs den Schadensersatz zu. Die Regierung habe es versäumt, die Vorstrafen des Täters an die Bundespolizei FBI weiterzuleiten, hieß es zur Urteilsbegründung.

Die Kläger waren juristisch gegen die Regierung vorgegangen, weil diese es nicht verhindert habe, dass sich der vorbestrafte Kelley auf legalem Weg Waffen beschaffen konnte. Eine Sprecherin der US-Luftwaffe kündige laut einem Bericht der »New York Times« an, das Urteil anzufechten.

Militär meldete Verurteilung nicht

Der Schütze war bei den obligatorischen Hintergrundchecks für Waffenkäufer nicht aufgefallen, da die Luftwaffe, in der er gedient hatte, seine beiden Verurteilungen wegen häuslicher Gewalt nicht gemeldet hatte.

Wegen seiner Verurteilung in einem Fall von häuslicher Gewalt war es Kelley eigentlich gesetzlich verboten gewesen, Schusswaffen zu kaufen oder zu besitzen. Kelley erwarb allerdings in den vergangenen Jahren mehrere Waffen. Die Luftwaffe hatte Daten über Kelley nicht ordnungsgemäß an das FBI weitergereicht.

Der 26-jährige Ex-Soldat und Sicherheitsmann Kelley hatte am 5. November 2017 das Feuer in einer Kirche in Sutherland Springs eröffnet und mindestens 26 Menschen getötet. 20 weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Der Schütze wurde nach der Tat tot in seinem Wagen gefunden, er hatte sich selbst erschossen.

mrc/AFP
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