Vorkämpfer für die Rechte Homosexueller US-Marine benennt Schiff nach Harvey Milk

Harvey Milk war der erste offen schwule Politiker der USA. Vor 40 Jahren wurde er von einem Rivalen erschossen. Nun erweist die US-Marine ihm eine besondere Ehre.
Harvey Milk

Harvey Milk

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STF/ AP

Harvey Milk gilt als Schwulenikone und Vorkämpfer für die Rechte von Homosexuellen in den USA. 40 Jahre nach seinem gewaltsamen Tod will die US-Marine nun ein Schiff auf den Namen des Politikers taufen.

»Führungspersönlichkeiten wie Harvey Milk haben uns gelehrt«, dass Diversität »zur Stärke und Entschlossenheit unserer Nation beiträgt«, erklärte Marineminister Carlos Del Toro. Das 227 Meter lange Schiff soll am Samstag in San Diego auf den Namen USNS »Harvey Milk« getauft werden.

Milk war 1977 in den Stadtrat von San Francisco gewählt worden und damit der erste offen schwule Politiker in den USA, der die Wahl zu einem öffentlichen Amt gewann. Er stammte aus einer Familie von Seeleuten und hatte selbst als Marineoffizier im Koreakrieg gedient. Seine Homosexualität hielt er dabei lange geheim.

Der Sohn konservativer Eltern wuchs auf Long Island auf und wusste früh, dass er schwul war, verbarg jedoch seine Affären. Nach mehreren Jobs – unter anderem als Lehrer, Versicherungsfachmann und Wahlkampfhelfer für den erzkonservativen republikanischen Präsidentschaftskandidaten Barry Goldwater – schlug Milk einen neuen Lebensweg ein.

1969 zog er gemeinsam mit dem 18 Jahre jüngeren Scott Smith nach San Francisco. Dort begann Milk, sich auf kommunalpolitischer Ebene zu engagieren. 1973 kandidierte er für den Stadtrat und verlor. Beim dritten Anlauf vier Jahre später schaffte er dann den Einzug in die City Hall. Anschließend war er maßgeblich an der Verabschiedung von Gesetzen zum Verbot von Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung beteiligt.

Auch Frauenrechtsaktivistinnen sollen als Namenspatinnen dienen

1978 wurde Milk von einem Rivalen erschossen. Täter Dan White tötete auch den damaligen Bürgermeister George Moscone. Das Attentat machte Milk zur Legende. Seine Geschichte wurde von dem Regisseur Gus Van Sant mit Sean Penn in der Titelrolle verfilmt.

Die US-Marine kündigte ihr Vorhaben bereits vor einigen Jahren an. US-Medien zufolge sollen künftig auch die Frauenrechtsaktivistin Lucy Stone und Sojourner Truth, eine freigelassene Sklavin, die sich für die Abschaffung der Sklaverei und für Frauenrechte einsetzte, als Namenspatinnen für Schiffe der Marine dienen.

asc/AFP
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