Ohio Polizist in den USA nach Tod eines Schwarzen entlassen

Andre Hill starb infolge eines umstrittenen Polizeieinsatzes im US-Bundesstaat Ohio. Nun ist der Polizist, der auf den unbewaffneten Mann schoss, entlassen worden. Er habe unverhältnismäßige Gewalt angewendet.
Foto: STEPHEN ZENNER / AFP

Bei einem Polizeieinsatz in Columbus im US-Bundesstaat Ohio war zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen ein Afroamerikaner getötet worden. Der 47-jährige Andre Hill starb, nachdem ein Polizist auf ihn geschossen hatte. Dieser ist nun entlassen worden, wie der Bürgermeister der Stadt Columbus, Andrew Ginther, erklärte.

Er sei gefeuert worden, weil er unverhältnismäßige Gewalt angewendet, seine Körperkamera nicht eingeschaltet und dem Sterbenden nicht geholfen habe, schrieb Ginther auf Twitter . Der Beamte war zunächst kurz nach dem umstrittenen Polizeieinsatz suspendiert worden, eine Untersuchung wurde eingeleitet.

Die Tat in Ohio reiht sich ein in mehrere Fälle von Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA. Immer wieder kam es danach zu heftigen Protesten gegen Rassismus. Das prominenteste Opfer war der Afroamerikaner George Floyd, der Ende Mai bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota getötet worden war. Unter dem Motto »Black Lives Matter« kam es danach in den USA monatelang zu Massendemonstrationen gegen Polizeigewalt und Rassismus, die teils von Ausschreitungen überschattet wurden.

Klare Grundlage für die Kündigung

Im aktuellen Fall war die Polizei in Columbus vergangene Woche von einem Anwohner zu einer Garage gerufen worden. Als Andre Hill kurz nach dem Eintreffen der Beamten auf sie zukam, soll der nun entlassene Polizist auf ihn geschossen haben. Der schwer verletzte Hill starb später im Krankenhaus. Nach Angaben der Polizei hatte er bei der Begegnung mit den Polizisten ein Handy in seiner linken Hand. Die rechte Hand sei nicht sichtbar gewesen. Eine Waffe fand die Polizei am Einsatzort nicht.

Polizeichef Thomas Quinlan erklärte am Montag, die Beweise lieferten eine klare Grundlage für die Kündigung des Polizisten. Dieser müsse sich nun den Fragen der Ermittler stellen. Der Behördenleiter hatte bereits kurz nach dem umstrittenen Einsatz klare Worte gefunden: Der Verstoß des Beamten gegen die Regeln der Behörde habe einen unschuldigen Mann das Leben gekostet.

Erst Anfang Dezember war in Columbus zudem ein weiterer Afroamerikaner bei einem Polizeieinsatz getötet worden. Laut Polizei hatte ein Beamter den 23-Jährigen namens Casey Goodson bei der Fahndung nach Verdächtigen erschossen. Goodson sei aber nicht die gesuchte Person gewesen. Die Anwälte von dessen Familie erhoben schwere Vorwürfe gegen die Polizei. 

mrc/dpa
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