US-Außenpolitik Biden will nicht mehr vor Russland kuschen

In einer ersten Rede zur US-Außenpolitik hat Präsident Biden den Bruch mit der Linie seines Vorgängers Trump angekündigt. Er sucht den Schulterschluss mit alten Verbündeten – China und Russland will er hart anfassen.
Joe Biden bei seiner ersten außenpolitischen Rede

Joe Biden bei seiner ersten außenpolitischen Rede

Foto:

Evan Vucci / AP

Der neue US-Präsident Joe Biden will, dass die USA wieder eine stärkere Führungsrolle in der Weltpolitik einnehmen. »Amerika ist zurück. Die Diplomatie ist zurück«, sagte Biden in seiner ersten außenpolitischen Rede. Er wolle »Schulter an Schulter« mit den Verbündeten zusammenarbeiten und autoritären Staaten wie China und Russland entschiedener entgegentreten.

In einem Telefongespräch habe er dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in der vergangenen Woche gesagt, dass die Zeiten, in denen die Vereinigten Staaten vor Russland kuschten, vorbei seien, so Biden.

Nach »Jahren der Vernachlässigung« sollen die Beziehungen mit den engsten Verbündeten der USA hingegen wiederbelebt werden, sagte Biden. Er habe seit seinem Amtsantritt bereits mit Partnern in Asien und in vielen Nato-Staaten gesprochen, darunter auch Deutschland.

Damit wolle er »wieder die Gewohnheit der Zusammenarbeit bilden und die Muskeln der demokratischen Bündnisse wieder aufbauen, die durch Jahre der Vernachlässigung und, ich würde sagen, Misshandlung verkümmert sind«. Die Bündnisse gehörten zu den größten Vorteilen der USA, sagte Biden.

Trump brüskierte Partnerländer

Bidens Vorgänger Donald Trump gilt als Bewunderer des russischen Präsidenten Putin. Die Partnerländer hatte er hingegen oft brüskiert, internationalen Organisationen stand er sehr skeptisch gegenüber. Auch mit dem Nato-Partner Deutschland war es daher zu einer zunehmend frostigen Beziehung gekommen.

Biden kündigte nun an, der unter Vorgänger Donald Trump angeordnete Teiltruppenabzugs aus Deutschland werde eingefroren. Sein Verteidigungsminister Lloyd Austin werde zunächst eine umfassende Untersuchung der weltweiten US-Truppenpräsenz vornehmen, sagte der Präsident.

Biden kündigte auch ein Ende der US-Unterstützung für den Militäreinsatz Saudi-Arabiens und verbündeter Staaten gegen die Huthi-Rebellen im Jemen an. »Der Krieg muss enden«, sagte der US-Präsident über den tödlichen Konflikt im Jemen. Auch mehr Geflüchtete sollen die USA unter Biden aufnehmen. Die jährliche Obergrenze solle von derzeit 15.000 auf 125.000 angehoben werden, kündigte Biden an.

hba/AFP/dpa/Reuters