Verschwörungstheorie über Wahlbetrug Ex-Berater Stone empfiehlt Trump Anwendung des Kriegsrechts

Roger Stone ist überzeugt, dass Trump wiedergewählt wird und beschuldigt die Demokraten schon jetzt des Wahlbetrugs. Für den Fall hat er einen Tipp, wie der Präsident seine Macht sichern solle.
Roger Stone: Der Politberater nennt sich selbst den "schmutzigen Trickser"

Roger Stone: Der Politberater nennt sich selbst den "schmutzigen Trickser"

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SAM CORUM/EPA-EFE/Shutterstock

US-Präsident Donald Trump und Roger Stone kennen sich seit Jahrzehnten. Bereits Ende der Achtzigerjahre soll Stone seinem alten Freund empfohlen haben, als Präsident der USA zu kandidieren. Als Trump dies 2015 in die Tat umgesetzte, wurde Stone zu seinem Helfer. Erfahrungen auf der politischen Bühne hatte er bereits zuvor ausreichend gesammelt.

Stone ist in Washington einer der am meisten kritisierten Politberater - und gefürchtet. Von Richard Nixons Watergate-Affäre bis zur Niederlage von George H. W. Bush - wenn es um die großen Dramen der US-Politik ging, war Stone nicht weit. Er selbst nennt sich den "schmutzigen Trickser" der amerikanischen Politik, ist spezialisiert darauf, kompromittierendes Material über die Gegner seiner Auftraggeber zu sammeln.

Im aktuellen Wahlkampf hat Stone keine offizielle Position. Im Februar wurde er zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt, weil er die Ermittler in der Russlandaffäre mehrfach angelogen hatte. Vor dem geplanten Haftantritt im Juli forderte Stone bei mehreren Medienauftritten, Trump möge ihn begnadigen - außerhalb des Gefängnisses könne er für die Wiederwahl des Präsidenten werben.

Trump erließ Stone mehrjährige Haftstrafe

Und tatsächlich hat Trump seinem langjährigen Weggefährten die Gefängnisstrafe erlassen. "Roger Stone ist ein Opfer der erfundenen Russland-Geschichte, die die Linke und ihre Verbündeten in den Medien seit Jahren verfolgt haben, um die Präsidentschaft von Donald Trump zu unterminieren", erklärte das Weiße Haus damals.

Weniger als zwei Monate vor den Wahlen hat sich Stone nun in einem Gespräch mit dem rechten Verschwörungstheoretiker Alex Jones  deutlich für Trump positioniert.

Der will am 3. November sein Amt gegen den demokratischen Herausforderer Joe Biden verteidigen. Stone ist davon überzeugt, dass es am Wahlabend nur ein Ergebnis geben kann: Das einzig legitime Ergebnis der Wahlen sei ein Sieg von Trump, erklärte Stone in einem Interview mit dem Verschwörungstheoretiker Jones.

Stone nutzte die rechte Plattform zudem dazu, um die Demokraten des Wahlbetrugs zu beschuldigen, und er gab Trump mehrere Ratschläge, wie er seine Macht sichern könne.

Um angeblichen Wahlbetrug im US-Bundesstaat Nevada zu verhindern, sollten Bundesbehörden beispielsweise Stimmzettel beschlagnahmen, riet Stone. Auch sollten FBI und republikanische Beamte sich "kriminellen Aktivitäten in den Weg stellen" und die Stimmabgabe, wenn nötig, "unter Körpereinsatz" verhindern.

Zuckerberg und die Clintons festnehmen lassen

Sollte Trump die Wahl im November verlieren, solle er Stone zufolge die Anwendung des Kriegsrechts in Betracht ziehen, um seine Macht zu sichern. Anschließend könne der Präsident Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, Apple-Chef Tim Cook und die Clintons festnehmen lassen. Auch "jeder andere, der nachweislich an illegalen Aktivitäten beteiligt ist", solle dann festgenommen werden.

Stone schürt mit seinen Anschuldigungen, zu denen er keinerlei Beweise liefert, Verschwörungstheorien über einen angeblichen Wahlbetrug der Demokraten. Beim Publikum von Alex Jones könnte das auf fruchtbaren Boden treffen. Der rechte Moderator ist der führende Verschwörungstheoretiker der USA, Millionen Zuschauer klicken monatlich auf seine Sendung. Auch Trump soll darunter sein. Dieser hat in den vergangenen Wochen  selbst mehrfach vor Wahlbetrug gewarnt.

asc
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