Militärbewegungen USA und Frankreich verurteilen russische Machtspiele an Grenze zur Ukraine

»Besorgniserregende Militäraktivitäten«: Die USA und Frankreich haben Russland für dessen Truppenbewegungen nahe der ukrainischen Grenze kritisiert. Aus dem Kreml kommen Beschwichtigungen.
Satellitenbilder vom 1. November: Panzer und Militäreinheiten im russischen Jelnja unweit der ukrainischen Grenze

Satellitenbilder vom 1. November: Panzer und Militäreinheiten im russischen Jelnja unweit der ukrainischen Grenze

Foto: Satellite image / Maxar Technologies / AFP

Die USA und Frankreich haben gemeinsam Russland für Truppenbewegungen an der ukrainischen Grenze kritisiert. Die Außenminister der beiden Länder, Antony Blinken und Jean-Yves Le Drian, hätten Berichte über »besorgniserregende russische Militäraktivitäten in und in der Nähe der Ukraine« besprochen, sagte ein US-Sprecher am Sonntagabend (Ortszeit). Dabei hätten sie »ihr unerschütterliches Engagement für die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine« bekräftigt.

Die USA hatten am Donnerstag von Moskau Aufklärung über »ungewöhnliche« Aktivitäten der Armee im Grenzgebiet zur Ukraine gefordert. Außenminister Blinken warnte Russland vor einem Einmarsch in die Ukraine – dies wäre ein »schwerwiegender Fehler«.

Erste Berichte über die Truppenbewegungen waren Anfang November aufgetaucht. Im Internet verbreitete Videos zeigten Militärzüge und mit Panzern und Raketen beladene Lkw-Konvois im Südwesten Russlands.

Die ukrainische Armee kämpft seit der russischen Annexion der Krim 2014 gegen prorussische Separatisten im Osten des Landes. Der Westen wirft Russland vor, die Separatisten zu unterstützen, was die Regierung in Moskau bestreitet.

Im März hatte Russland bei einem massiven Truppenaufmarsch Tausende Soldaten, schwere Militärausrüstung, Marineschiffe und Luftwaffenflugzeuge nahe der ukrainischen Grenze und in der Region der annektierten Krimhalbinsel zusammengezogen.

Die Truppenbewegungen nährten Befürchtungen, dass es zu einem russischen Einmarsch in die Ukraine kommen könnte. Nach Wochen erklärte Moskau das angebliche Manöver schließlich für beendet und zog seine Soldaten wieder ab.

Putin bestreitet Interesse an Eskalation

Aus dem Kreml kommen derweil Beschwichtigungen. Russland hat laut Präsident Wladimir Putin kein Interesse an einer Zuspitzung der Lage in der Schwarzmeer-Region. Deshalb habe er einen Vorschlag seines Verteidigungsministeriums abgelehnt, als Reaktion auf Nato-Aktivitäten dort Militärübungen abzuhalten, sagte Putin in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview mit dem Sender Rossiya-1.

»Ich sollte sagen, dass unser Verteidigungsministerium vorgeschlagen hatte, eigene Übungen in diesen Gewässern abzuhalten. Aber ich glaube, das wäre sinnlos und es besteht kein Grund, die Spannungen dort weiter zu verstärken.« Russland werde sich darauf beschränken, Militärflugzeuge und Schiffe der Nato zu eskortieren.

jok/AFP
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