Aufrüstung in Fernost USA verkaufen Teile für Patriot-Raketenabwehrsystem an Taiwan

Die USA liefern für knapp 100 Millionen Dollar Ausrüstung für Taiwans Raketenabwehrsystem. Das dortige Außenministerium spricht von einem Schritt gegen die »anhaltende militärische Expansion und Provokation« durch China.
Patriot-System bei einer Übung des taiwanischen Militärs im Jahr 2006

Patriot-System bei einer Übung des taiwanischen Militärs im Jahr 2006

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Richard Chung / REUTERS

Tausende Kilometer entfernt tobt der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine – und schürt auch in Taiwan Ängste vor einem Angriff durch die Großmacht China. Nun kann das Land seine Verteidigung ausbauen.

Das US-Außenministerium hat dafür den geplanten Verkauf eines Raketenabwehrsystems vom Typ Patriot im Wert von 95 Millionen US-Dollar (86 Millionen Euro) genehmigt. Dies werde Taiwan helfen, seine Streitkräfte zu modernisieren und seine Verteidigung zu stärken, um damit zur politischen und militärischen Stabilität der Region beizutragen, erklärte das US-Ministerium.

Das Außenministerium in Taipeh erklärte, das Waffengeschäft werde dazu beitragen, die Insel gegen Chinas »anhaltende militärische Expansion und Provokation« zu schützen. Der geplante Deal solle demnach in einem Monat abgewickelt werden.

Der Auftrag umfasst nach US-Angaben unter anderem Planung, Lieferung und Betrieb der Raketenabwehr. Das System werde als »Abschreckung gegen regionale Bedrohungen und zur Stärkung der Landesverteidigung«, hieß es – ein kaum verhohlener Verweis auf Chinas Territorialansprüche in der Region. Der US-Kongress sei informiert worden, womit der Auftrag finalisiert werden könnte, hieß es.

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Taiwan berichtet von Verletzungen der Luftraumüberwachungszone durch China

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DER SPIEGEL

Die USA wiederum haben sich der Verteidigungsfähigkeit des demokratischen Inselstaats Taiwan verpflichtet – was bislang vor allem Waffenlieferungen bedeutete. US-Präsident Joe Biden hatte im vergangenen Jahr allerdings gewarnt, die USA hätten eine »Verpflichtung«, Taiwan im Falle eines Angriffs zu verteidigen.

fek/dpa/AFP
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