Steve Wynn USA verklagen Casinomogul wegen Lobbyarbeit für China

Steve Wynn soll sich für die Ausweisung eines im US-Exil lebenden Chinesen starkgemacht haben – angeblich auf Geheiß Pekings. Als Lobbyist will sich der Milliardär aber nicht registrieren. Das hat nun Folgen.
Steve Wynn (r.) mit Donald Trump (2019)

Steve Wynn (r.) mit Donald Trump (2019)

Foto: Kevin Lamarque / REUTERS

Das US-Justizministerium hat den Casinomogul Steve Wynn verklagt, um ihn zu zwingen, sich als Lobbyist der chinesischen Regierung zu registrieren. Wynn habe 2017 »auf Ersuchen« der chinesischen Behörden mit dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump über eine mögliche Ausweisung des im Exil lebenden Geschäftsmanns Guo Wengui gesprochen, erklärte das Ministerium am Dienstag.

Zu dieser Zeit betrieb Wynns Unternehmen drei Casinos in Macau. Dem Justizministerium zufolge kam er den chinesischen Bitten nach, um »seine Geschäftsinteressen in Macau zu schützen«. Auch mit Regierungsmitgliedern habe er deswegen gesprochen.

Wynn sei darauf hingewiesen worden, dass er sich als Lobbyist für China registrieren lassen müsse, habe sich aber geweigert, dies zu tun. Seine Anwälte haben die Vorwürfe der US-Regierung zurückgewiesen.

Der 80-jährige Wynn ist in der Republikanischen Partei von Trump bestens vernetzt und engagierte sich dort unter anderem als einer der Finanzchefs. Er trat 2018 nach Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens als Chef seiner Unternehmensgruppe zurück. Auch diese Anschuldigungen hat Wynn als falsch bezeichnet.

Fast 540 Millionen US-Dollar gezahlt

Guo Wengui wird in China unter anderem wegen Finanzbetrugs gesucht. Daraufhin war er in die USA geflohen. Er stand dem Ex-Trump-Berater Steve Bannon nahe und unterstützte dessen Medienunternehmen. Im vergangenen September zahlte er in einem Vergleich mit dem US-Justizministerium 539 Millionen Dollar wegen fragwürdiger Finanzgeschäfte. Er bezeichnet die Vorwürfe aus China, darunter auch Bestechung und sexuelle Übergriffe, als »Hexenjagd«.

Macau ist der einzige Ort in der Volksrepublik, der Spielbanken erlaubt. Seit Portugal 1999 die einstige Kolonie an die Volksrepublik übergab, die Einreise nach Macau vereinfacht und der Casinobetrieb liberalisiert wurde, hat die Glücksspielindustrie vor Ort einen Schub bekommen. Selbst US-Konzerne wie Wynn oder Las Vegas Sands erwirtschaften heute einen großen Teil ihrer Umsätze in Macau. Fast 40 Millionen Besucher kamen 2019 in die Stadt, rund 90 Prozent davon aus China und Hongkong.

jok/AFP