Medienberichte USA vermuten offenbar »Teile der ukrainischen Regierung« hinter Dugina-Mord

Bei einer Autobombenexplosion in Moskau starb im August die Tochter des radikalen Ideologen Alexander Dugin. Die Hintergründe sind ungeklärt. Laut US-Berichten vermutet Washington die Drahtzieher in Kiew.
Foto von Daria Dugina bei einer Trauerfeier für sie im August in Moskau

Foto von Daria Dugina bei einer Trauerfeier für sie im August in Moskau

Foto: Dmitry Serebryakov / AP

Der Fall hatte im August für internationales Aufsehen gesorgt – und für politische Verwerfungen: Am 20. August explodierte bei Moskau eine Bombe am Auto von Darja Dugina, Tochter des ultrarechten und imperialistischen Ideologen Alexander Dugin. Die 29-jährige Philosophin und Publizistin starb. Sie war eine glühende Unterstützerin des Angriffskriegs auf den Nachbarstaat Ukraine, dem sie sein Existenzrecht absprach. Sie war auch Gleichgesinnte und Vertraute ihres Vaters, verbreitete dessen radikale und ultranationalistische Thesen.

Die Ermittler beschuldigten bereits kurz nach der Tat eine aus der Ukraine stammende Tatverdächtige, die zur Fahndung ausgeschrieben wurde. Russland macht für das Attentat ukrainische Geheimdienste verantwortlich. Kiew weist jegliche Beteiligung zurück.

Bis heute ist nicht zweifelsfrei geklärt, wer hinter dem mutmaßlichen Attentat steht und ob nicht Dugin selbst das Opfer sein sollte. Am Mittwoch nun erschienen zwei neue Medienberichte, die sich mit den Hintergründen der Tat befassen.

Demnach gehen US-Geheimdienste davon aus, dass »Teile der ukrainischen Regierung« den Mordanschlag genehmigt haben. Die USA hätten zuvor keine Kenntnis von den Plänen gehabt, berichtete zuerst die Zeitung »New York Times«  und dann auch der Sender CNN  am Mittwoch. Sie beriefen sich dabei auf namentlich nicht genannte Quellen.

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Demnach sei innerhalb der US-Regierung zuerst vergangene Woche über diese neue Entwicklung gesprochen worden. Hochrangige Vertreter aus Kiew hätten eine Beteiligung an dem Attentat abgestritten, als sie mit den neuesten Erkenntnissen der amerikanischen Geheimdienste konfrontiert worden seien.

Es sei offen, wer genau den Anschlag abgesegnet habe, heißt es in den beiden Berichten. US-amerikanische Regierungsvertreter hätten ukrainische Vertreter wegen des Attentats ermahnt.

aar/dpa
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