Verdacht auf Kampagne Video zeigt zwei Männer bei Sex im US-Senat – Geouteter wehrt sich
Der besagte Saal »Hart 216« im US-Senat: Hier soll das Video gedreht worden sein
Foto: Paul J. Richards / AFPVideoaufnahmen aus dem US-Senat sorgen in Washington, D.C. derzeit für einen Skandal. Darin sollen zwei Männer beim Geschlechtsverkehr in einem der Verhandlungssäle zu sehen sein.
Ein Schwenk des Videos zeigt den Ort des Geschehens. US-Medien identifizieren den Raum als Justizsaal im Hart Senate Office Building »Hart 216«, in dem bereits Anhörungen zum Terroranschlag vom 11. September 2001 durchgeführt und Aussagen des ehemaligen FBI-Chefs James Comey gegen Donald Trump aufgenommen wurden.
Veröffentlicht wurden die Aufnahmen vom rechtskonservativen Newsportal »Daily Caller«. Das Medium identifiziert einen der Männer als Mitarbeiter eines demokratischen Abgeordneten. Offiziell bestätigt ist dies nicht. Allerdings teilte das Büro des Abgeordneten auf Nachfrage des Politikmagazins »Politico« mit, der besagte Mitarbeiter »arbeitet nicht länger für den US-Senat«, und man werde diese Personalie nicht weiter kommentieren. Zudem ermittele nun die Capitol Police, die vor allem für den Schutz des Kongresses und des Kapitolgeländes zuständig ist.
Identität veröffentlicht – aber nicht bestätigt
In einem Social-Media-Post schreibt der öffentlich beschuldigte Mitarbeiter, seine sexuelle Orientierung sei für einen politischen Zweck benutzt worden. Manche seiner Taten zeigten zwar ein »schlechtes Urteilsvermögen«, dennoch würde er niemals seinen Arbeitsplatz missachten. Er werde mit rechtlichen Mitteln gegen Versuche vorgehen, ihm dies anzuhängen. Ob dies bedeutet, er sei nicht die Person im Video – oder ob das Video möglicherweise eine Fälschung ist –, darauf geht er nicht konkreter ein.
Die ultrarechte Journalistin Laura Loomer will zudem herausgefunden haben, um wen es sich bei dem anderen Mann handelt: angeblich um einen Praktikanten aus Deutschland.
Obwohl die Identitäten der Involvierten nicht bestätigt sind, ist die Geschichte bereits ein gefundenes Fressen für konservative Medien und Politiker. Der republikanische Kongressabgeordnete Mike Collins nutzte etwa den Fall, um sich in mehreren Beiträgen auf X, vormals Twitter, über die moralischen Grundlagen der Demokraten auszulassen.