Krieg in Osteuropa USA fürchten Eroberung ukrainischer Forschungseinrichtungen durch Russland

Die USA wollen verhindern, dass ukrainisches Forschungsmaterial in Russlands Hände fällt. Das Außenministerium warnt, Putins Truppen könnten Kontrolle über »biologische Forschungseinrichtungen« erlangen.
US-Außenstaatssekretärin Victoria Nuland: »Es ist eine klassische russische Technik, dem anderen die Schuld für das zu geben, was sie selbst vorhaben«

US-Außenstaatssekretärin Victoria Nuland: »Es ist eine klassische russische Technik, dem anderen die Schuld für das zu geben, was sie selbst vorhaben«

Foto: MICHAEL REYNOLDS / EPA

Die USA befürchten, sensible wissenschaftliche Daten ukrainischer Einrichtungen könnten in die Hände Russlands gelangen. US-Außenstaatssekretärin Victoria Nuland warnt davor, russische Truppen könnten die Kontrolle über »biologische Forschungseinrichtungen« in der Ukraine erlangen. Die US-Regierung arbeite »mit den Ukrainern daran, wie sie verhindern können, dass diese Forschungsmaterialien in die Hände der russischen Streitkräfte fallen, sollten diese sich nähern«, sagte Nuland am Dienstag bei einer Anhörung des US-Senats.

Russische Propagandaberichte über biologische Waffen

Der republikanische Senator Marco Rubio wies darauf hin, es gebe in der russischen Propaganda Berichte, in denen behauptet werde, die Ukrainer wollten mithilfe der Nato biologische Waffen einsetzen. Auf Rubios Frage, ob im Falle eines Angriffs mit biologischen oder chemischen Waffen in der Ukraine die Russen dahinterstecken würden, antwortete Nuland: »Daran besteht für mich kein Zweifel, Senator.« Sie fügte hinzu: »Es ist eine klassische russische Technik, dem anderen die Schuld für das zu geben, was sie selbst vorhaben.«

Am Sonntag hatte das russische Außenministerium auf Twitter erklärt, die russischen Streitkräfte hätten angeblich Beweise dafür gefunden, dass Kiew »Spuren des vom Pentagon finanzierten militärisch-biologischen Programms in der Ukraine beseitigt«.

Nun hat Russland die Vorwürfe erneuert. »Wir sprechen hier nicht von friedlichen oder wissenschaftlichen Zwecken«, sagte Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums. Die ukrainische Regierung hat den Vorwurf zurückgewiesen, das US-Verteidigungsministerium bezeichnet ihn als absurd.

Der Atlantic Council, eine Denkfabrik mit Sitz in Washington, ist hingegen der Ansicht, dass der Kreml seine Invasion mit der falschen Behauptung rechtfertigen wollte, die Ukraine entwickle Atombomben und biologische Waffen. Die Organisation erklärte, es gebe keine Beweise dafür, dass die Ukraine solche Waffen herstelle.

Russlands Militär ist am 24. Februar in das Nachbarland einmarschiert, die Führung in Moskau bezeichnet die Invasion als »militärischen Sondereinsatz«. Im Zuge des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs gibt es zahlreiche zivile Opfer in der Ukraine und massive Zerstörungen der Infrastruktur des Nachbarlandes. Russland bestreitet Angriffe gegen die Zivilbevölkerung – dies ist allerdings angesichts zahlreicher Berichte über den Beschuss von Wohnvierteln, Schulen und anderen zivilen Einrichtungen, tote oder verwundete Zivilisten und Millionen Flüchtlinge offenkundig nicht haltbar.

muk/AFP
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