Nach Streit mit Journalistin Weißes Haus suspendiert Vizesprecher

Der ehemalige US-Präsident Trump warf Journalisten vor, »Feinde des Volkes« zu sein. Unter Joe Biden sollte sich die Beziehung zur Presse beruhigen. Nun soll sein stellvertretender Pressesprecher einer Reporterin gedroht haben.
T.J. Ducklo wird für eine Woche suspendiert

T.J. Ducklo wird für eine Woche suspendiert

Foto: Patrick Semansky / AP

Das Weiße Haus hat einen Vizesprecher für eine Woche suspendiert, nachdem er eine Journalistin in einem Streit bedroht haben soll. Sein Verhalten sei »völlig inakzeptabel« gewesen und er wisse das, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki.

Die Bestrafung folgte auf einen Artikel der »Vanity Fair«. Darin hieß es, dass der Vizesprecher T.J. Ducklo einer Reporterin des Portals »Politico« gedroht habe, sie zu »vernichten« und ihre Reputation zu zerstören. Zudem soll Ducklo abfällige und frauenfeindliche Kommentare gemacht und vulgäre Ausdrücke benutzt haben. Die Journalistin hatte Fragen zu Ducklos Beziehung zu einer Reporterin der Website »Axios« gestellt.

Psaki erklärte, dass sich Ducklo bei der Reporterin entschuldigt habe, »mit der er ein erhitztes Gespräch über sein Privatleben hatte«. Er habe gegenüber der Journalistin sein »tiefes Bedauern« zum Ausdruck gebracht und wisse, dass er gegen die vom Präsidenten aufgestellten Verhaltensregeln verstoßen habe.

»Ernsthafte Strafe«

Psaki wurde bei ihrer Pressekonferenz auch an Bidens Ankündigung erinnert, auf der Stelle jeden zu feuern, der respektlos mit seinen Kollegen sei. »Wir befanden, dass es eine ernsthafte Strafe ist«, sagte Psaki. Demnach werde Ducklo während seiner Suspendierung nicht bezahlt. Sie habe die Entscheidung in Absprache mit Bidens Stabschef Ron Klain getroffen, mit dem Präsidenten habe sie nicht darüber gesprochen, sagte Psaki.

Die Suspendierung warf Fragen in Washington auf. Nachdem der ehemalige Präsident Donald Trump die Medien häufig als »Feinde des Volkes« beschimpft hatte, versprach die Regierung seines Nachfolgers Joe Biden einen professionellen Umgang mit der Presse.

Trump verschliss in seiner Zeit im Weißen Haus gleich drei Pressesprecherinnen und Pressesprecher. Sean Spicer, Sarah Huckabee Sanders und Stephanie Grisham traten zurück, ehe Kayleigh McEnany bis zur Amtsübergabe an Biden die Presserunden leitete. Spicer war bereits in seiner ersten Pressekonferenz mit Journalisten aneinandergeraten und war nach nur 182 Tagen im Amt gegangen.

hba/dpa
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