Aussage vor Kongress Whistleblower berichtet unter Eid von US-Bergungsprogramm für Ufos
David Grusch vor dem Ausschuss im US-Kongress
Foto: ELIZABETH FRANTZ / REUTERSZwei frühere Militärpiloten und ein früherer Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums haben Fragen eines speziellen Ausschusses des US-Repräsentantenhauses beantwortet und von ihren Sichtungen unidentifizierter Flugobjekte und deren Analysen berichtet. Viele Sichtungen würden gar nicht gemeldet, weil die Piloten beispielsweise Angst um ihren Job hätten, bemängelten sie.
Besonders die Aussage des Ex-Mitarbeiters des Verteidigungsministeriums ließ aufhorchen. David Grusch sagte unter Eid aus, es habe »über Jahrzehnte« ein Programm der US-Regierung gegeben, um geborgene Ufo-Teile zu untersuchen. Laut Grusch, der bis 2023 in dem Ministerium die Analyse von ungeklärten Phänomenen geleitet hatte, sei Material »nicht menschlichen« Ursprungs gefunden worden.
»Ich wurde im Rahmen meiner offiziellen Position darüber informiert, dass es ein jahrzehntelanges Programm zur Bergung und zum Reverse-Engineering gegeben hat«, so Grusch. Zugang habe er aber nicht erhalten. Alles sei unter höchster Geheimhaltung und mit ungeklärter Finanzierung abgelaufen.
Grusch hatte in einem Interview mit dem Branchenportal »The Debrief« diese Behauptungen bereits im Juni gemacht – und damit die Anhörung im Kongress überhaupt erst ausgelöst. Kritiker monieren, dass er nun – unter Eid – nicht alle Aussagen wiederholt und besonders spektakuläre Details aus dem Interview ausgelassen habe.
Very interesting to me that Dave Grusch is unwilling to state and repeat under oath at the #UFOHearings the most explosive (and outlandish) of his claims from his NewsNation interview. He seems to be very carefully dancing around repeating them.
— Garrett M. Graff (@vermontgmg) July 26, 2023
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Bei »The Debrief« und der Website NewsNation hatte er unter anderem erklärt, die US-Regierung sei in Besitz eines außerirdischen Flugobjekts »von der Größe eines Football-Feldes«. Außerdem spekulierte er über ein »glockenförmiges Gefährt«, das angeblich in den Dreißigerjahren in Italien geborgen worden sei.
Bei der Kongressanhörung zu nicht identifizierten Flugobjekten haben sich Abgeordnete für mehr Transparenz der US-Regierung bei dem Thema ausgesprochen.
»Ich denke, wir werden uns anschauen, was wir machen können, um mehr dieser Informationen öffentlich zu machen«, sagte der republikanische Abgeordnete Glenn Grothman zum Abschluss der Anhörung am Mittwoch.
Zahlreiche Sichtungen bleiben unerklärt
Die Sichtungen würden ernst genommen und untersucht, sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, am Mittwoch vor Journalisten. »Wir haben nicht die Antworten dafür, was diese Phänomene sind.«
Im Januar hatte es erstmals seit Jahrzehnten wieder eine Anhörung zu diesem Thema im Kongress gegeben, nachdem das Pentagon in den vergangenen Jahren Berichte vorgelegt hatte. Laut diesen gibt es für Dutzende Himmelserscheinungen aus den vergangenen zwei Jahrzehnten bislang keine Erklärungen – aber auch keine Hinweise auf geheime Technik anderer Länder oder auf außerirdisches Leben.
Im Juni hatte eine Expertengruppe der US-Raumfahrtbehörde Nasa ein erstes öffentliches Treffen abgehalten und sich für mehr und bessere Daten zu Beobachtungen von unidentifizierten Flugobjekten ausgesprochen. Viele dieser Beobachtungen aus der Vergangenheit könnten nicht aufgeklärt werden, weil die Daten zu gering und von zu schlechter Qualität seien, hieß es. Auch das Pentagon hatte unzureichende Daten bemängelt.
Mit Material der dpa