Zeitungsbericht USA wollen Taiwan offenbar Waffen im Wert von 1,1 Milliarden Dollar liefern

Die Nachricht dürfte die Spannungen zwischen Washington und Peking weiter verschärfen: Einem Bericht zufolge plant die US-Regierung, Taiwan mit 60 Schiffsabwehrraketen und 100 Luft-Luft-Raketen zu unterstützen.
Die USS »Chancellorsville« am Sonntag bei ihrer Durchfahrt durch die Taiwanstraße: China spricht von einer »Provokation«

Die USS »Chancellorsville« am Sonntag bei ihrer Durchfahrt durch die Taiwanstraße: China spricht von einer »Provokation«

Foto:

US NAVY / HANDOUT / EPA

Vor dem Hintergrund der Spannungen mit China plant die Regierung von US-Präsident Joe Biden offenbar, Taiwan mit Waffen im Wert von rund 1,1 Milliarden Dollar zu unterstützen. Das berichtet die Zeitung »Politico«  und beruft sich dabei auf drei namentlich nicht genannte Personen, die mit der Angelegenheit vertraut seien.

Demnach soll dem Kongress eine entsprechende Vorlage über die Lieferung von 60 Schiffsabwehrraketen und 100 Luft-Luft-Raketen vorgelegt werden. Der Schwerpunkt werde jedoch auf der Aufrechterhaltung von Taiwans aktuellen Militärsystemen und der Erfüllung bestehender Aufträge liegen – und nicht auf einer Erweiterung der Rüstungssysteme, um die bereits verschärften Spannungen mit China nicht noch weiter anzuheizen, heißt es in dem Bericht.

Das US-Präsidialamt reagierte nicht sofort auf eine Bitte zur Stellungnahme.

Anfang August hatte China mit einem groß angelegten Militärmanöver auf den Besuch der US-Spitzendiplomatin Nancy Pelosi in Taiwan reagiert. Die USA ließen im Gegenzug zwei Kreuzer die Meerenge zwischen China und Taiwan befahren: Die 7. Flotte der US-Marine teilte mit, dass die Operation »das Engagement der Vereinigten Staaten für einen freien und offenen Indopazifik« demonstriere.

DER SPIEGEL

China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz und hat den Einsatz von Gewalt nicht ausgeschlossen, um die Insel wieder unter seine Kontrolle zu bringen. Erst am Montag hatte China daher die Fahrt zweier US-Kriegsschiffe durch die Straße von Taiwan als »Provokation« bezeichnet.

Die Aktion ziele auf »eine absichtliche Sabotage des regionalen Friedens und der Stabilität« ab, sagte Zhao Lijian, ein Sprecher des Pekinger Außenministeriums. China fordere die USA erneut auf, das Ein-China-Prinzip nicht weiter auszuhöhlen. Auch müsse Washington die Souveränität und territoriale Integrität anderer Länder respektieren. Als Ein-China-Prinzip bezeichnet Peking seinen Anspruch auf die demokratische Inselrepublik. Hingegen versteht sich Taiwan längst als unabhängig.

aar/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.