Angst vor Anschlägen USA ziehen diplomatisches Personal aus Nigerias Hauptstadt ab

Die Sicherheitslage in Nigeria verschärft sich: Nun haben US-Behörden die Abreise von diplomatischem Personal aus Abuja angeordnet. Terroristen könnten »ohne Vorwarnung« zuschlagen.
Sicherheitskräfte in Lagos, Nigeria (2021)

Sicherheitskräfte in Lagos, Nigeria (2021)

Foto: Sunday Alamba / AP

Wegen eines »erhöhten Risikos terroristischer Angriffe« haben die USA am Donnerstag die Abreise von allem nicht dringend benötigten diplomatischen Personal und deren Familien aus der nigerianischen Hauptstadt Abuja bestimmt.

Das US-Außenministerium gab in seiner Erklärung keine genaueren Details zur Bedrohung an, die Länderinformationen des Ministeriums allerdings warnen, »Terroristen könnten mit wenig oder ohne Vorwarnung angreifen« und etwa auf Einkaufszentren, Märkte, Hotels oder Schulen abzielen.

Schon am Dienstag hatte Washington seinen diplomatischen Beschäftigten erlaubt, die Stadt zu verlassen. Mehrere westliche Botschaften empfahlen ihren Bürgern, Reisen innerhalb Nigerias einzuschränken.

Abuja galt bisher als sicher. Doch Aufständische, die mit der Dschihadistenmiliz »Islamischer Staat« in Verbindung stehen, haben sich in den letzten Monaten zu mehreren Anschlägen in umliegenden Gebieten bekannt.

Bewohner der Region, vor allem auch westliche Diplomaten, sind seit einem Massenausbruch aus einem Gefängnis am Stadtrand von Abuja im Juli zunehmend besorgt. Dabei entkamen mehr als 400 Gefangene, darunter Dutzende mutmaßliche Dschihadisten. Nach mehrfachen westlichen Warnungen versicherten die nigerianischen Behörden, dass »alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen« getroffen worden seien.

Wahlsieger muss Sicherheitslage angehen

Immer wieder kommt es zu blutigen Anschlägen. So waren bei einem Angriff im Juni in der Stadt Owo mindestens 50 Gottesdienstbesucher getötet worden – darunter Frauen und Kinder.

In Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, ist der Süden christlich geprägt, im Norden leben vorwiegend Muslime. Das Land bereitet sich derzeit auf die Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr vor.

Für den Sieger wird die Verbesserung der Sicherheitslage in Nigeria eine große Herausforderung sein. Die Armee kämpft bereits seit zwölf Jahren gegen einen dschihadistischen Aufstand im Nordosten des Landes.

jok/AFP
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