Unruhen wegen Verfassungsreform Tote bei Protesten in Usbekistan

Bei Demonstrationen in der ehemaligen Sowjetrepublik Usbekistan sind in der Provinz Karakalpakstan mehrere Menschen getötet worden. In der Region herrscht für einen Monat der Ausnahmezustand.

Bei den öffentlichen Protesten in der Provinz Karakalpakstan hat es nach den Worten von Usbekistans Präsident Schawkat Mirsijojew Opfer unter der Zivilbevölkerung und den Sicherheitskräften gegeben. Randalierer hätten in der Stadt Nukus »zerstörerische Aktionen« durchgeführt, Steine geworfen, Feuer gelegt und die Polizei angegriffen, wie aus einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung von Mirsijojew hervorgeht.

»Es gab Angriffe auf staatliche Gebäude und überwachte Objekte. Leider gibt es Opfer unter der Zivilbevölkerung und unter den Beamten der Sicherheitsorgane«, sagte Mirsijojew. Eine genaue Opferzahl nannte Mirsijiojew nicht.

Der russischsprachige Telegram-Kanal Good Central Asia berichtete von Hunderten Toten und Verletzten. Dafür gab es jedoch zunächst keine Bestätigung. In der Region herrscht seit Samstag für einen Monat der Ausnahmezustand. In Karakalpakstan gibt es seit Freitag Unruhen, weil in der neuen usbekischen Verfassung die Souveränität der autonomen Republik nicht mehr explizit erwähnt wird.

In der Region im Westen Usbekistans am Aralsee leben zwar nur etwa zwei Millionen der insgesamt 35 Millionen Einwohner des Landes. Mit 164.000 Quadratkilometern (doppelt so groß wie Österreich) nimmt die Republik aber fast 40 Prozent der Landesfläche ein. Die Republik hat ein eigenes Parlament. Karakalpakisch ist neben dem Usbekischen Amtssprache. Ansonsten sind die Autonomierechte aber begrenzt.

nil/dpa
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