Nach Massaker an texanischer Grundschule Donald Trump weiterhin gegen strengere Waffengesetze

Ex-Präsident Trump hat die »Existenz des Bösen« als ein Argument für Waffenbesitz angebracht. Am Rande des Jahrestreffens der Waffenlobby NRA demonstrierten Menschen mit Fotos der Opfer des Amoklaufs in Uvalde.
Donald Trump: »Im Gegensatz zu anderen habe ich euch nicht enttäuscht, indem ich nicht aufgetaucht bin«

Donald Trump: »Im Gegensatz zu anderen habe ich euch nicht enttäuscht, indem ich nicht aufgetaucht bin«

Foto: Michael Wyke / AP

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat nach dem Massaker an einer Grundschule in Texas das vielerorts laxe Waffenrecht in den USA verteidigt. »Die Existenz des Bösen ist einer der allerbesten Gründe, gesetzestreue Bürger zu bewaffnen«, sagte Trump am Freitagabend in Houston bei der Jahrestagung der mächtigen Waffenlobby NRA.

Er behauptete »zynische Politiker« würden versuchen, weinende Familien auszunutzen, um ihre eigene Macht zu vergrößern und die verfassungsmäßigen Rechte zu beschneiden. Sie würden ihre »extreme politische Agenda« vorantreiben.

Seitenhieb gegen die Ukraine-Politik

Nach dem Blutbad, bei dem ein 18-Jähriger 19 Schulkinder und zwei Lehrerinnen erschossen hatte, hatte US-Präsident Joe Biden mit deutlichen Worten strengere Waffengesetze gefordert. Trump sagte nun, der Grund für solche Taten seien psychische Probleme und zerrüttete Familien. Er forderte für jede Schule in den USA Metalldetektoren und eine bewaffnete Sicherheitskraft. Mit »neuen Technologien« solle sichergestellt werden, dass keine unbefugte Person die Schule mit einer Waffe betreten könne. Auch Lehrkräften sollte das Tragen von Waffen erlaubt sein.

Mit Blick auf die Finanzierung lieferte Trump einen Seitenhieb gegen die US-Unterstützung für die Ukraine im Krieg gegen den Aggressor Russland. »Wenn die Vereinigten Staaten 40 Milliarden Dollar in die Ukraine schicken können, sollten wir in der Lage sein, alles zu tun, was nötig ist, um unsere Kinder zu Hause zu schützen«, sagte er. Trump nannte das Massaker eine »grausame und barbarische Gräueltat« eines »außer Kontrolle geratenen Verrückten«.

Gouverneur Abbott nur mit Videobotschaft dabei

Einige Redner hatten nach dem schrecklichen Blutbad ihre Teilnahme an dem NRA-Treffen abgesagt. Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, äußerte sich nicht mehr persönlich, sondern schickte ein vorab aufgezeichnetes Videobotschaft. Trump kommentierte diese Absagen – allerdings ohne Namen zu nennen: »Im Gegensatz zu anderen habe ich euch nicht enttäuscht, indem ich nicht aufgetaucht bin.«

Schon den ganzen Tag über protestierten etwa 500 Demonstranten vor dem Gebäude der Waffenmesse. In ihren Händen hielten sie Kreuze mit den Fotos der Opfer des Amoklaufs in Uvalde. Die Tat lenkte die Aufmerksamkeit erneut auf die NRA, die größte Waffenlobby des Landes, die gleichzeitig auch ein wichtiger Geldgeber für meist republikanische Mitglieder des US-Kongresses ist. Auf der Versammlung selbst hat sich der Tenor zum Thema Waffengesetze trotz des schwersten Amoklaufs an einer Schule seit einem Jahrzehnt nicht verändert. Auch der geschäftsführende Direktor der NRA, Wayne LaPierre, nahm den Vorfall eher als Anlass dafür, um zu erklären, dass das »Grundrecht, uns selbst und unsere Gemeinschaft zu verteidigen« hochgehalten und geschützt werden müsse.

bbr/dpa/Reuters