Gouverneur Abbott zum Amoklauf in Uvalde »Ich wurde in die Irre geführt«

Nach dem Schulmassaker in Uvalde hatte Gouverneur Greg Abbott die Polizeiarbeit noch gelobt. Inzwischen gibt es massive Kritik an dem Einsatz. Nun behauptet der Republikaner, er sei falsch informiert worden.
Steht nach dem Schulmassaker in Uvalde unter Druck: Greg Abbott, Gouverneur des US-Bundesstaats Texas

Steht nach dem Schulmassaker in Uvalde unter Druck: Greg Abbott, Gouverneur des US-Bundesstaats Texas

Foto: MARCO BELLO / REUTERS

Nach neuen Erkenntnissen über den Ablauf des Polizeieinsatzes während des verheerenden Schulmassakers gerät der Gouverneur des US-Bundesstaats Texas unter Druck. »Ich wurde in die Irre geführt«, sagte Greg Abbott in einer Pressekonferenz in der Kleinstadt Uvalde. Er habe der Öffentlichkeit die Informationen weitergeben, die ihm nach dem Blutbad in der Grundschule geschildert worden seien. »Die Informationen, die mir gegeben wurden, erwiesen sich zum Teil als ungenau, und ich bin absolut wütend darüber.«

Die zuständige Sicherheitsbehörde hatte schwere Fehler bei dem Einsatz eingeräumt. So wurde etwa bekannt, dass bereits zu einem frühen Zeitpunkt 19 Polizisten im Flur vor dem Klassenraum postiert gewesen waren, in dem der Schütze sich mit den Kindern verschanzt hatte. Diese unternahmen den Angaben nach mehr als 45 Minuten lang keine Versuche, in den Raum einzudringen und den Schützen zu stoppen. Der 18-Jährige tötete in dem Klassenzimmer am Dienstag 19 Kinder und zwei Lehrerinnen.

Abbott hatte am Mittwoch mit der Aussage Aufsehen erregt, dass alles hätte noch viel schlimmer kommen können. »Der Grund, warum es nicht schlimmer war, ist, dass die Strafverfolgungsbehörden taten, was sie taten«, sagte er etwa. Bei der Pressekonferenz am Freitag sprach Abbott das Thema zunächst gar nicht an und redete über finanzielle Hilfen für Opfer. Im Anschluss wurde er von der anwesenden Presse dazu gedrängt, sich zu äußern. Abbott sagte anfangs, dass er erst mal nur Fragen zur finanziellen Unterstützung beantworten wolle und später andere Fragen »ohne Bezug«. Es wurden aber dennoch zunächst nur Fragen zu den Fehlern beim Polizeieinsatz gestellt.

ktz/dpa