Venezuela Oppositioneller Leopoldo López verlässt spanische Botschaft und flüchtet aus dem Land

Leopoldo López harrte seit April vergangenen Jahres in der spanischen Botschaft in Caracas aus. Nun ist der Oppositionspolitiker getürmt - und hat offenbar erfolgreich Venezuela verlassen.
López im Hausarrest in Caracas (Archivbild)

López im Hausarrest in Caracas (Archivbild)

Foto: ANDRES MARTINEZ CASARES/ REUTERS

Seit vergangenem Frühjahr saß Leopoldo López in der spanischen Botschaft in Caracas fest, nun hat der venezolanische Oppositionelle die Botschaft verlassen und ist erfolgreich aus Venezuela geflüchtet. Wie Spaniens Außenministerium am Samstag mitteilte, habe López die Botschaftsresidenz freiwillig und nach persönlicher Entscheidung verlassen.

Es sei gelungen, den Staatsapparat der Regierung von Nicolás Maduro zu überlisten und López ins Ausland zu bringen, twitterte der selbst ernannte Interimspräsident Venezuelas, Juan Guaidó.

Medien berichteten unter Berufung auf López' Vater Leopoldo López Gil zudem, dessen Sohn habe bereits am Freitag heimlich die Grenze nach Kolumbien überquert und sei auf dem Weg nach Spanien. López Gil vertritt die konservative spanische Volkspartei (PP) im Europaparlament.

Sein Sohn Leopoldo ist Gründer der rechtsgerichteten Partei Voluntad Popular (Volkswillen) und galt bis zu seiner Inhaftierung als einer der einflussreichsten Kritiker von Venezuelas Staatschef Maduro und dessen Vorgänger Hugo Chávez, der 2013 an Krebs gestorben war. Die sozialistische Regierung bezeichnete den Ökonomen und Absolventen der US-Eliteuniversität Harvard als Vertreter der extremen Rechten und als Putschist.

Schutz erst in Chiles, dann in Spaniens Botschaft

Seit 2014 saß López im Gefängnis. Damals waren bei Protesten gegen die Regierung mehr als 40 Menschen ums Leben gekommen. Ein Gericht verurteilte López wegen Anstachelung zur Gewalt zu fast 14 Jahren Haft. Später wurde er freigelassen und stand unter Hausarrest. Zahlreiche Regierungen und Menschenrechtsorganisationen sahen in López einen politischen Gefangenen.

Aus dem Hausarrest wurde López zu einer Art Mentor von Oppositionsführer Juan Guaidó. Als Guaidós Revolte gegen Maduro scheiterte, suchte Lopéz erst in der chilenischen und anschließend in der spanischen Botschaft Schutz. Kurz zuvor hatte ein venezolanisches Gericht erneut einen Haftbefehl gegen López ausgestellt. Die spanische Regierung weigerte sich, López auszuliefern.

Anfang Oktober hatte bereits Roberto Marrero, Guaidós Büroleiter, den südamerikanischen Krisenstaat Venezuela in Richtung Mexiko verlassen. Spanischen Medienberichten zufolge wurde er von einem mexikanischen Diplomaten begleitet.

slü/fek/AP/Reuters/dpa
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