Vergeltung nach Spionageaffäre Russland weist norwegischen Diplomaten aus

Das Verhältnis der beiden Länder ist zunehmend angespannt: Ein norwegischer Diplomat muss Moskau verlassen, nachdem zuvor ein russischer Entsandter nach Spionagevorwürfen aus Oslo ausgewiesen wurde.
Der Kreml in Moskau

Der Kreml in Moskau

Foto: SERGEI KARPUKHIN/ REUTERS

Russland weist einen norwegischen Diplomaten aus. Das teilten die Außenministerien beider Länder mit. Der Schritt ist eine Reaktion Moskaus, nachdem Oslo zuvor einen der Spionage beschuldigten russischen Diplomaten ausgewiesen hatte.

Der norwegische Diplomat habe nun drei Tage Zeit, um Russland zu verlassen, gab das dortige Außenministerium bekannt. Es bestätigte, dass es sich bei der Anordnung um eine Antwort auf "einen unfreundlichen Akt seitens norwegischer Autoritäten" handelt.

Norwegen kommentierte die Ausweisung mit Unverständnis. Sie sei "komplett haltlos". Der Diplomat habe keine Regeln gebrochen und völlig im Einklang mit seinen diplomatischen Aufgaben gehandelt.

"Destruktive Politik"

Moskau hatte zuvor die "grundlose" Ausweisung eines russischen Entsandten aus Norwegen als "destruktiv" verurteilt. "Die Verantwortlichkeit für die Konsequenzen dieser Politik liegt daher vollständig bei Oslo", gab das russische Außenministerium bekannt.

Norwegen hatte dem russischen Diplomaten Spionagetätigkeiten vorgeworfen, "die sich nicht mit seiner Rolle als Diplomat vereinbaren lassen", zitierte der Fernsehsender TV2 Norway die Sprecherin des norwegischen Außenministeriums, Guri Solberg.

Zuvor hatte Norwegen zuletzt im März 2018 einen russischen Diplomaten zur Persona non grata erklärt. Damals hatten mehrere Länder russische Entsandte ausgewiesen, nachdem Moskau eine Erklärung für den Giftanschlag auf den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal im britischen Salisbury schuldig geblieben war. Moskau begegnete den Vorwürfen damals ebenfalls mit Vergeltungsreaktionen.

Angespanntes Verhältnis wegen Arktis-Grenze

Norwegens jüngster zuvor bekannter Spionagefall drehte sich um den pensionierten norwegischen Grenzinspektor Frode Berg, der 2019 in Russland zu 14 Jahren Haft verurteilt wurde. Ihm war vorgeworfen worden, Informationen über russische Atom-U-Boote gesammelt und an den norwegischen Geheimdienst weitergegeben zu haben.

Das Verhältnis zwischen dem NATO-Staat Norwegen und Russland ist seit einigen Jahren angespannt, nachdem beide ihre Militärpräsenz in der Arktik erhöht hatten. Dort verläuft eine gemeinsame Grenze zwischen den Ländern.

Im vergangenen Jahr führten Norwegen und Russland einen Agententausch durch, in den auch Litauen involviert war.

ire/AP/Reuters
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