Historische Dürre in Norditalien Verona rationiert Trinkwasser

Wer sein Auto mit Trinkwasser wäscht oder damit Rasen bewässert, muss in Verona künftig bis zu 500 Euro Strafe zahlen. Die Trockenheit bedroht auch die Produktion von Parmaschinken.
Dürreschaden im Flussbett des Po

Dürreschaden im Flussbett des Po

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GUGLIELMO MANGIAPANE / REUTERS

Die italienische Großstadt Verona rationiert wegen der anhaltenden Trockenheit den Trinkwasserverbrauch. Der Bürgermeister der Stadt habe aufgrund der Wetterlage und deren Folgen für die Wasserversorgung eine Verordnung unterzeichnet, »die den Trinkwasserverbrauch für private Zwecke beschränkt«, heißt es auf der Website der 250.000-Einwohner-Stadt.

Bis zum 31. August ist es demnach untersagt, Trinkwasser zur Bewässerung von Gärten und Sportanlagen sowie zum Autowaschen und zum Befüllen von Swimmingpools zu verwenden. Bei Nichtbeachtung des Verbots drohe ein Bußgeld von bis zu 500 Euro.

Ähnliche Maßnahmen wurden bereits in anderen Städten Italiens verordnet, Verona ist bislang die größte Stadt.

Wie andere europäische Länder litt Italien in den vergangenen Wochen unter einer ungewöhnlichen Hitzewelle, gleichzeitig fehlte der Regen.

Die landwirtschaftlich wichtige Po-Ebene in Norditalien erlebt die schlimmste Dürre seit 70 Jahren. Laut dem größten Bauernverband des Landes, Coldiretti, bedroht die Trockenheit mehr als 30 Prozent der landesweiten Agrarproduktion und die Hälfte der Viehzucht in der Po-Ebene. Dort wird vor allem der Parmaschinken produziert.

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Der Wasserspiegel des Lago Maggiore und des Gardasees liegt deutlich tiefer als sonst für diese Jahreszeit üblich. Auch der Tiber, der durch Rom fließt, führt Niedrigwasser.

Weitere Folge der Dürre: Die Stromerzeugung aus Wasserkraft ging deutlich zurück. Wasserkraftwerke gibt es vor allem in den Bergen im Norden des Landes. Sie liefern normalerweise fast ein Fünftel des in Italien benötigten Stroms.

svs/AFP
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