Verstoß gegen Atomabkommen Iran beginnt mit Uran-Anreicherung in modernen Zentrifugen

Das Regime in Teheran will die nächste Nuklearmacht werden. Nun hat Präsident Rohani eine Produktionslinie für moderne Zentrifugen eröffnet – ein erneuter Verstoß gegen das internationale Atomabkommen.
Mit Maske – und einer Mission: Das Regime in Teheran will sich dem Druck aus dem Ausland nicht beugen und das Atomprogramm beschleunigt ausbauen

Mit Maske – und einer Mission: Das Regime in Teheran will sich dem Druck aus dem Ausland nicht beugen und das Atomprogramm beschleunigt ausbauen

Foto: Iran President Office / EPA

Iran lässt Worten Taten folgen: Die Islamische Republik hat neue Zentrifugen zur Anreicherung von Uran in Betrieb genommen. Auf live vom Staatsfernsehen am Samstag übertragenen Aufnahmen war zu sehen, wie Präsident Hassan Rohani die Injektion von Urangas in die Zentrifugen anordnete.

Damit verstößt Iran erneut gegen das internationale Atomabkommen. Dieses erlaubt in der Atomanlage Natans nur den Betrieb älterer Anlagen. Rohani bekräftigte bei der Zeremonie, keine der Atomaktivitäten seines Landes hätten einen militärischen Hintergrund.

»Wir halten uns an den Atomwaffensperrvertrag und verfolgen keine militärischen Ziele«, sagte er. »Daher ist ein friedliches Atomprogramm unser legitimes Recht, das wir auch ohne ausländische Hilfe weiterführen werden.«

Iran hatte sich im Wiener Atomabkommen von 2015 verpflichtet, nur die ältere Zentrifugengeneration IR-1 zu nutzen und dabei den Urananreicherungsgrad unter 4 Prozent zu halten. Aber nach dem Ausstieg der USA aus dem Deal im Jahr 2018 war auch Iran schrittweise seinen Verpflichtungen aus dem Abkommen nicht mehr nachgekommen.

Nach Angaben der iranischen Atomorganisation AEOI hat das Land binnen vier Monaten 57 Kilogramm 20-prozentiges Uran angereichert. Die AEOI behauptet, sie sei mit den schnelleren Zentrifugen in der Lage, den Anreicherungsgrad auf 60 Prozent zu erhöhen.

Streit über Sanktionen bei Verhandlungen in Wien

Die Gespräche zur Wiederbelebung des Atomabkommens aus dem Jahr 2015 waren diese Woche in Wien mit Beteiligung der USA wieder aufgenommen worden. US-Präsident Joe Biden hat eine Rückkehr seines Landes in Aussicht gestellt, nachdem sein Vorgänger Donald Trump den Vertrag 2018 einseitig gekündigt hatte. Streit gab es Verhandlungskreisen zufolge darüber, welche Sanktionen gegen Iran aufgehoben werden sollten.

Iran pocht auf die Rücknahme aller Strafmaßnahmen, die Trump nach der Aufkündigung verhängt hatte. Die USA sind dazu offenbar nicht bereit und schränken ein. Diese Forderung führe in eine Sackgasse, sagte ein hochrangiger Vertreter des US-Außenministeriums.

dop/dpa/Reuters
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