Prozess in Virginia US-amerikanische Bataillonsführerin des IS zu 20 Jahren Haft verurteilt

Sie trainierte Dutzende Frauen und Mädchen für den »Islamischen Staat« an der Waffe, im Prozess belastete ihre Tochter sie schwer. Nun muss die »Kaiserin« des IS dafür lange ins Gefängnis.
IS-Familien in einem Camp in Syrien (Foto aus dem Jahr 2019)

IS-Familien in einem Camp in Syrien (Foto aus dem Jahr 2019)

Foto: Carol Guzy / ZUMA Wire / IMAGO

Jahrelang stellte sie sich in den Dienst des »Islamischen Staats« (IS), nun muss eine US-Amerikanerin wegen ihrer Unterstützung der Terrororganisation 20 Jahre ins Gefängnis. Das entschied ein Bundesgericht in der Stadt Alexandria im Bundesstaat Virginia.

Die 42-jährige Angeklagte Allison F. hatte zuvor gestanden, die Terrororganisation unterstützt und Anschläge in den USA geplant zu haben. Ihr wurde zudem vorgeworfen, eine Gruppe von mehr als hundert IS-Kämpferinnen angeführt und ausgebildet zu haben. Die Frauen und Mädchen sollen dabei gelernt haben, wie man Maschinengewehre, Handgranaten und Sprengstoffgürtel benutzt.

Jüngste Teilnehmerin offenbar erst zehn Jahre alt

Einige Teilnehmerinnen der Ausbildungen sollen minderjährig gewesen sein. Laut dem Sender CNN  war die jüngste Kämpferin erst zehn Jahre alt. F. hatte beteuert, von dem Alter der Mädchen nichts gewusst zu haben und um eine nur zweijährige Freiheitsstrafe gebeten. Zudem habe es sich bei den Schulungen nur um Überlebenstrainings gehandelt.

Die Staatsanwaltschaft hatte F. vorgeworfen, über einen Zeitraum von mehr als acht Jahren »im Auftrag von drei ausländischen Terrororganisationen terroristische Taten in Kriegsgebieten in Libyen, im Irak und in Syrien« begangen zu haben.

Dass eine US-Bürgerin im IS eine hohe Position einnahm, gilt als ungewöhnlich. US-Staatsanwalt Raj Parekh sagte, Allison F. sei faktisch die »Kaiserin« des IS geworden. »Sie hat junge Mädchen einer Gehirnwäsche unterzogen und sie zum Töten ausgebildet.«

Eigene Tochter belastete F. schwer

Vor dem Urteil hatte auch eine Tochter von F. ihre Mutter schwer belastet. Demnach soll F. die noch Minderjährige missbraucht, zwangsverheiratet und als »Sexsklavin« benutzt haben. Die Tochter sagte laut CNN, sie sei als 13-Jährige an einen IS-Kämpfer zwangsverheiratet worden, den sie als ihren »Vergewaltiger« bezeichnete. Mit der Heirat habe ihre Mutter innerhalb des IS ihre Macht ausbauen wollen. F. bestritt die Vorwürfe.

fek/AFP
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