Von Paris bis Madrid Ausschreitungen bei Solidaritätskundgebungen für Palästinenser

Der Nahostkonflikt sorgte in vielen europäischen Städten für Aufruhr. In Paris fanden trotz Verbots propalästinensische Demos statt – die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein. In Madrid brannten Israelflaggen.
In der französischen Hauptstadt Paris ging die Polizei mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor

In der französischen Hauptstadt Paris ging die Polizei mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor

Foto: GEOFFROY VAN DER HASSELT / AFP

Angesichts der dramatischen Eskalation des Nahostkonflikts haben am Samstag in ganz Europa Solidaritätskundgebungen für die Palästinenser stattgefunden, unter anderem in Berlin und anderen deutschen Städten. Auch in Paris, London, Madrid und Athen forderten Demonstranten ein Ende der israelischen Angriffe auf den Gazastreifen. Im Berliner Bezirk Neukölln kam es bei einer propalästinensischen Demonstration zu Ausschreitungen (lesen Sie hier mehr).

In Paris setzte die Polizei Tränengas und Wasserwerfer ein, um ein bereits im Vorfeld erlassenes Demonstrationsverbot durchzusetzen. Die Polizei forderte Geschäftsleute auf, ihre Läden entlang der geplanten Route vom Viertel Barbès zur Place de la Bastille zu schließen. 4200 Polizisten waren in dem Gebiet im Einsatz, in dem sich dennoch junge Leute in mehreren Straßen versammelten.

Demonstranten in Paris lieferten sich mancherorts ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei

Demonstranten in Paris lieferten sich mancherorts ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei

Foto: THOMAS COEX / AFP

Manche Demonstranten warfen Steine auf die Beamten und starteten laut dem Bericht von AFP-Korrespondenten ein Katz-und-Maus-Spiel mit den Sicherheitskräften über mehrere Straßen. Dabei riefen die Demonstranten immer wieder »Befreit Palästina« und »Israel-Mörder«.

Das kurzfristige Demoverbot in Paris war erlassen worden, weil die Sicherheitsbehörden schwere Ausschreitungen wie 2014 befürchteten, als Synagogen und andere jüdische Einrichtungen zum Ziel geworden waren. In anderen französischen Städten durften hingegen propalästinensische Demonstrationen stattfinden. In Straßburg nahmen daran nach übereinstimmenden Angaben von Polizei und Organisatoren rund 4000 Menschen teil.

In London forderten Tausende Demonstranten die britische Regierung auf, sich für ein Ende der israelischen Luftangriffe auf den Gazastreifen einzusetzen. Vor der israelischen Botschaft schwenkten sie palästinensische Flaggen und hielten Schilder hoch, auf denen unter anderem die »Befreiung« der Palästinensergebiete von der israelischen Besatzung gefordert wurde. Die Organisatoren der Proteste in London sprachen von 150.000 Teilnehmern, die Polizei machte dazu keine Angaben.

In Madrid gingen nach Polizeiangaben etwa 2500 Menschen zur Unterstützung der Palästinenser auf die Straße. »Jerusalem, ewige Hauptstadt der Palästinenser«, war auf Transparenten zu lesen. »Das ist kein Krieg, das ist Völkermord!«, riefen Demonstranten auf dem Weg vom Bahnhof Atocha zum zentralen Platz Puerta del Sol. Die Demonstranten riefen die Europäer auf, mit Israel nicht länger zu kooperieren.

In der griechischen Hauptstadt Athen protestieren rund 500 Menschen gegen die israelischen Angriffe. Vor der israelischen Botschaft kam es zu einem Handgemenge zwischen Teilnehmern und Polizisten, die Beamten setzten Wasserwerfer ein.

Trotz internationaler Vermittlungsversuche hält die schwerste Gewalteskalation seit Jahren zwischen Israel und Palästinensern seit Tagen an (Lesen Sie hier, warum der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern eskaliert).

mjm/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.