Europaweite Razzia Vorwurf manipulierter Diesel – diesmal bei Suzuki

Der Dieselskandal ist noch nicht vorbei. In Deutschland, Italien und Ungarn werden aktuell Büros durchsucht. Die Staatsanwälte werfen unter anderem Suzuki und der Opel-Mutter Stellantis Vergehen vor.
Diesel-Auspuff: Oft mehr Schadstoffe als erlaubt

Diesel-Auspuff: Oft mehr Schadstoffe als erlaubt

Foto: picture alliance/Franziska Kraufmann/dpa

Der Skandal um manipulierte Dieselmotoren zieht immer weitere Kreise. Ermittler durchsuchen an diesem Mittwoch europaweit Geschäftsräume. Nach Angaben der Frankfurter Staatsanwaltschaft beschlagnahmten sie Kommunikationsdaten, Software und Planungsunterlagen.

Im Zentrum der Ermittlungen wegen des Verdachts des Betrugs und der Luftverunreinigung beziehungsweise der Beihilfe dazu stehen offenbar Verantwortliche des japanischen Autobauers Suzuki, der Opel-Mutter Stellantis und des japanisch-italienischen Zulieferers Marelli, teilten die Frankfurter Strafermittler mit.

Suzuki stehe im Verdacht, bis 2018 mehr als 22.000 Fahrzeuge verschiedener Typen mit illegalen Abschalteinrichtungen in Verkehr gebracht zu haben. Dadurch sei die Abgasreinigung massiv reduziert oder abgeschaltet worden, sodass die Fahrzeuge im Realbetrieb deutlich mehr Stickoxide ausstießen als erlaubt. Die Kunden seien über diesen Sachverhalt getäuscht worden.

Die Software für die Motorsteuerung soll teils vom Zulieferer Marelli stammen. Die Ermittlungen würden durch die Justizbehörde Eurojust der EU koordiniert und dauerten derzeit an.

Lange Kette potenziell beteiligter Firmen

Aktuell würden von der hessischen Polizei, der Staatsanwaltschaft Frankfurt sowie den italienischen und ungarischen Ermittlungsbehörden Geschäftsräume in Bensheim, Heidelberg, Corbetta (Italien) sowie Esztergom (Ungarn) durchsucht. Suzuki Deutschland lehnte eine Stellungnahme zu den Ermittlungen ab.

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt bereits seit Längerem auch gegen den Zulieferer Continental. In dem Frankfurter Fall geht es um den japanischen Autobauer Mitsubishi, der unter Verdacht der Abgasmanipulation steht. Mitsubishi hatte Motoren vom damaligen PSA-Konzern bezogen, der heute, nach einer Fusion, Stellantis heißt. Die Software selbst soll von der Continental-Tochter Vitesco stammen, die aber inzwischen von Continental abgespalten ist. Zum Markenportfolio von Stellantis gehören unter anderem Peugeot, Opel, Fiat und Chrysler.

mamk/Reuters