DER SPIEGEL

Naturschutz Die Feuerwehrschafe von Davis, Kalifornien

In den letzten Jahren haben verheerende Feuer in Kalifornien gewütet. Forscher testen dort nun eine Geheimwaffe, die beim Brandschutz helfen soll.

Das ist sie: Die neue Geheimwaffe gegen Waldbrände in Kalifornien steht gemütlich auf einer Wiese. Forscher der University of California in Davis untersuchen, wie Schafe bei der Verhinderung von Buschfeuern helfen können.

Haven Kiers, University of California in Davis: "In überwucherten Gebieten gibt es Feuer treibende Gewächse wie hohe Gräser, abgefallene Äste, Sträucher. Das können sie alles abfressen. Und sie können das Unkraut fressen, das nach einem Feuer als erstes hochkommt. Invasive Arten, die wir nicht möchten. Diese zupfen sie raus, bevor sie sich verbreiten können und lassen so mehr Platz für einheimische Gräser und ursprüngliche kalifornische Pflanzen."

Rückblende: Im Sommer 2020 brennen in Kalifornien zahlreiche Wälder, zeitweise gibt es mehrere Hundert Brandherde zur selben Zeit. Wegen des Klimawandels beginnt die Feuersaison im bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat jedes Jahr früher und endet später. Die Temperaturen steigen, es regnet zu wenig und die Wälder in Kalifornien und anderswo trocknen aus. Starke Winde fachen die Feuer weiter an. Auch in diesem Jahr hat die kalifornische Feuerwehr bereits gut zu tun, wie hier in Ventura im Januar.

Die tierischen Brandschützer sollen hier nun helfen, indem sie das Unterholz, die Hauptnahrung der Flammen, wegfressen. Positiver Nebeneffekt: Kot und Urin der Schafe sorgen als natürlicher Dünger für eine höhere Biodiversität und einen hohen Nährstoffgehalt. Zudem lockern sie beim Grasen mit ihren Hufen den Boden auf. Forscherin Kiers und ihr Team zielen deshalb nicht nur auf den Brandschutz. Schafe sollen zur Klimabilanz beitragen, indem sie herkömmliche Rasenmäher zumindest teilweise ersetzen – auch außerhalb der feuergefährdeten Waldflächen.

Haven Kiers, University of California Davis: "Dies ist ein Pilotprojekt. Wir prüfen die Effektivität der Schafe bei der Instandhaltung der Campus-Rasenflächen. Die eine Hälfte der Fläche wird drei Tage lang von den Schafen bearbeitet, die andere von Universitätspersonal mit konventionellen Rasenmähern."

Wer beim Rasenmähen von der Maschine aufs Tier umschwenken will, muss umrüsten: statt auf Benzin oder Strom auf Wasser und mobile Zäune setzen. Der große Appetit der Schafe kann große Brandherde nicht verhindern – aber die Geschwindigkeit reduzieren und die Feuer niedrig halten. Biss um Biss.

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