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Gestorben Walter Mondale, 93

aus DER SPIEGEL 17/2021
Foto: Susan Walsh / AP / dpa

Er war ein Held des linken Amerika, und sein großes Ziel war es, eines Tages ins Oval Office einzuziehen. In seinem Heimatstaat Minnesota machte der Jurist Walter Mondale schnell Karriere, erst als Generalstaatsanwalt, später als US-Senator. 1976 holte ihn der demokratische Präsidentschaftskandidat Jimmy Carter an seine Seite. Nach dem Sieg über Präsident Gerald Ford machte sich Mondale daran, das Amt des Vizepräsidenten neu zu definieren: Er half, den Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten vorzubereiten, der im September 1978 in Camp David unterzeichnet wurde – der größte Triumph der Regierung Carter. Mondale war ein glühender Unterstützer der US-Bürgerrechtsbewegung und lag häufig im Konflikt mit dem konservativen Flügel seiner Partei. Als er 1984 gegen den republikanischen Präsidenten Ronald Reagan antrat, ging er als erster Politiker in der US-Geschichte mit einer Frau als Kandidatin für die Vizepräsidentschaft ins Rennen. Mondale, der im Fernsehen etwas steif wirkte und im Wahlkampf ankündigte, die Steuern erhöhen zu wollen, erlitt gegen den früheren Filmstar Reagan eine vernichtende Niederlage und verlor außer Minnesota alle übrigen 49 US-Bundesstaaten. 1993 kehrte er in die Politik zurück, als ihn Bill Clinton zum US-Botschafter in Japan machte. Walter Mondale starb am 19. April in seinem Haus in Minneapolis.

rp
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