Acht Milliarden – Der Auslands-Podcast Was will China in Afghanistan?

Peking reicht den Taliban demonstrativ die Hand und strebt »freundliche Beziehungen« mit ihnen an. Warum? China spielt ein großes Spiel im Nahen und Fernen Osten. Und Afghanistan ist Pekings neueste Schachfigur.

China hat alles, was der Westen sich wünscht. Nicht nur, wenn es um Afghanistan geht:
Zeit, Macht und Beziehungen ohne Moralgefälle.

Unabhängig von Wahlzyklen und Zustimmungswerten können Pekings Potentaten Jahrzehnte in die Zukunft planen. Und ihr kaltes, logisches Vorgehen macht sie unabhängig von der Verpflichtung, Werte einhalten und vermitteln zu wollen – anders als die USA.

»In der West-Provinz Xinjiang verbietet das chinesische Regime Männern, Bärte zu tragen, und steckt sie deshalb ins Arbeitslager; die Taliban bestrafen Männer, die sich keine Bärte wachsen lassen«, erklärt Bernhard Zand, der für den SPIEGEL seit Jahrzehnten erst aus dem Nahen und dann aus dem Fernen Osten berichtet, »der Widerspruch zwischen diesen beiden Weltanschauungen könnte kaum größer sein. Trotzdem gehen die Chinesen auf die Taliban zu.«

Denn China, so legt es Bernhard in dieser Folge des Podcasts »Acht Milliarden« dar, spielt ein viel größeres geopolitisches Spiel in der Region. Seine Mitspieler: Pakistan, Indien und Iran. Oder sind es Gegner? Zumindest zu Pakistan und Iran pflegt China gute Beziehungen. »Das ist ein hoch kompliziertes Spiel, eine Art geopolitisches Schach«, sagt Bernhard, »und man muss sich vor Augen führen: China hat keine echten Verbündeten.« Wie die eiskalte Weltmacht dieses Spiel angeht, beschreibt er in der aktuellen Podcast-Episode: