Kranke Beamte Ermittlungen wegen möglicher Energie-Attacke am Weißen Haus

Zwei Regierungsbeamte werden plötzlich krank – ohne klare Ursache: Das Weiße Haus lässt mögliche Fälle von »Havanna-Syndrom« untersuchen. Gibt es Parallelen zu den mysteriösen Vorfällen auf Kuba?
Start von Marine One auf der Elllipse, einem Rasenstück nahe des Weißen Hauses

Start von Marine One auf der Elllipse, einem Rasenstück nahe des Weißen Hauses

Foto: MANDEL NGAN / AFP

In den Jahren 2016 und 2017 hatte es beunruhigende Meldungen aus der kubanischen Hauptstadt Havanna gegeben. Reihenweise wurden dort US-Diplomaten und Personal der US-Botschaft plötzlich krank, ohne dass ein eindeutiger Auslöser ermittelt werden konnte. Noch immer sind die Fälle nicht endgültig aufgeklärt. Nun gibt es zwei weitere Vorfälle – allerdings nicht auf Kuba, sondern mitten im Machtzentrum der USA.

Wie der US-Sender CNN berichtet , betrifft der erste Fall einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin aus dem Umfeld des Nationalen Sicherheitsrats. Die Person bekam demnach im November 2019 nahe der Ellipse plötzlich gesundheitliche Probleme. Dabei handelt es sich um ein großes Rasenoval, unmittelbar angrenzend an den Südrasen des Weißen Hauses. Das Oval ist Teil eines Parks und für die Öffentlichkeit zugänglich. Allerdings landet und startet dort auch immer wieder der Hubschrauber des US-Präsidenten, Marine One.

Der zweite Vorfall betrifft eine Mitarbeiterin des Weißen Hauses. Sie war Ende November oder Anfang Dezember 2019 in Arlington, einem Vorort von Washington DC, mit ihrem Hund unterwegs gewesen . Auch sie berichtete laut CNN von plötzlichen, unerklärlichen gesundheitlichen Beschwerden. Bei beiden Personen ähneln die Symptome jenen des sogenannten »Havanna-Syndroms«. Es ist benannt nach den Vorfällen auf Kuba. Sie reichen von schweren Kopfschmerzen über Schwindel bis zu Ohrenproblemen.

Die Tatsache, dass es nun zwei Fälle im Umfeld des Weißen Hauses gibt, wurde zuletzt auch in einem Ausschuss des US-Senats thematisiert. Gerüchte über derartige Vorfälle auf US-Boden gab es schon lange.

Die Kuba-Erkrankungen hatten verschiedenste Theorien über den möglichen Auslöser entstehen lassen – von Pestiziden über einen Angriff mit Schallwaffen bis zu Insekten.

Ende 2020 hatten Wissenschaftler der National Academy of Sciences im Auftrag der US-Regierung einen Bericht zu den Ereignissen auf Kuba vorgelegt.  Er vertritt die These, dass Mikrowellenwaffen die Beschwerden ausgelöst haben könnten. »Das Komitee ist der Ansicht, dass viele der von Mitarbeitern des Ministeriums geschilderten Symptome mit den Auswirkungen gerichteter, gepulster Hochfrequenzwellen übereinstimmen«, heißt es in dem 64-seitigen Report.

Waren es Angriffe? Und wer könnte dahinterstecken?

Verletzungen im Gehirn der Diplomaten konnten die Ärzte vor rund vier Jahren demnach nicht feststellen. Dennoch stuften sie die Beschreibungen der Beschwerden als realistisch ein. Sie konnten allerdings nicht sagen, ob es sich um einen zielgerichteten Angriff gehandelt hat. Unklar ist zudem, welchem Zweck ein solcher genau gedient haben könnte.

Zudem stellt sich natürlich die Frage, wer hinter einer möglichen Attacke stecken könnte. Im Rahmen des Briefings für den Senats-Ausschuss erwähnten Vertreter des Verteidigungsministeriums laut CNN sowohl China als auch Russland als mögliche Verdächtige. Beide Länder weisen jegliche Beteiligung zurück.

jok
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