Wegen neuer Corona-Mutation Niederlande verbieten Flüge aus Großbritannien

Die in Großbritannien entdeckte Variante des Virus soll 70 Prozent ansteckender sein. Die Niederlande ziehen Konsequenzen. Die britische Regierung verhängt Ausgangssperren in London und Südengland.
Flughafen Schiphol in Amsterdam: Ab sofort keine Flüge mehr aus Großbritannien

Flughafen Schiphol in Amsterdam: Ab sofort keine Flüge mehr aus Großbritannien

Foto: Peter Dejong / dpa

Nach der Entdeckung einer neuen Variante des Coronavirus in Großbritannien dürfen aus dem Königreich kommende Passagiermaschinen nicht mehr in den Niederlanden landen. Diese Regelung gelte von Sonntagmorgen bis zum 1. Januar, erklärte die Regierung in Den Haag. Sie teilte zudem mit, dass ein Fall der neuen Mutation auch in den Niederlanden entdeckt worden sei.

Das Flugverbot aus Großbritannien sei vom Kabinett von Regierungschef Mark Rutte »vorsichtshalber« beschlossen worden, erklärte das Gesundheitsministerium am frühen Sonntagmorgen. Es solle um 06.00 Uhr in Kraft treten und bis zum 1. Januar gelten. Mögliche Regeln für andere Verkehrswege würden derzeit überprüft.

Zu dem in den Niederlanden aufgetretenen Corona-Fall mit der neuen Mutation erklärte das Ministerium, dieser sei Anfang Dezember entdeckt worden. Es handele sich ersten Ergebnissen zufolge um »die in Großbritannien beschriebene Variante«. Experten überprüften derzeit, wie es zu dieser Infektion gekommen sei und ob es damit zusammenhängende Fälle gebe.

Regierung Johnson verhängt Ausgangssperre in London und Südostengland

Die britische Regierung hatte nach der Entdeckung der neuen Variante des Coronavirus, die für einen starken Anstieg der Infektionszahlen im Süden Englands verantwortlich gemacht wird, am Samstag für London und Südostengland eine Ausgangssperre verhängt. Insgesamt sind etwa 16,4 Millionen Menschen von den Verschärfungen betroffen, knapp ein Drittel der Bevölkerung von England. Sie dürfen auch über Weihnachten keine Mitglieder anderer Haushalte treffen. »Als Premierminister ist es meine Pflicht, schwierige Entscheidungen zu treffen und zu tun, was getan werden muss, um die Menschen in diesem Land zu schützen«, betonte Regierungschef Boris Johnson am Samstagabend auf Twitter.

Er hatte noch vor Kurzem Forderungen von Wissenschaftlern und der Opposition abgelehnt, härtere Maßnahmen über die Feiertage in Kraft zu setzen. Nun müssen Millionen Menschen doch allein feiern. »Wir opfern die Möglichkeit, unsere Lieben dieses Weihnachten zu sehen, damit wir eine bessere Chance haben, ihr Leben zu schützen, damit wir sie an künftigen Weihnachten sehen können«, sagte Johnson.

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Die neue Virusmutation sei ersten Erkenntnissen zufolge »bis zu 70 Prozent ansteckender« als die bisher verbreitete Form, sagte der britische Premierminister Boris Johnson. Bisher deute aber nichts darauf in, »dass sie tödlicher ist oder eine schwerere Form der Krankheit verursacht«. Auch die Wirksamkeit von Impfstoffen werde durch den neuen Virusstamm nicht beeinträchtigt, versicherte Johnson.

Großbritannien ist eines der am härtesten von der Coronakrise getroffenen Länder Europas. Am Samstag stieg die Zahl der Infektionen um etwa 27.000 auf insgesamt mehr als zwei Millionen. Etwa 83.000 Menschen sind bisher mit oder an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Die Regierung hatte vor gut zehn Tagen mit einer Massenimpfung begonnen. Bisher haben landesweit etwa 350.000 Menschen das Mittel des Mainzer Pharmaunternehmens Biontech und dessen US-Partners Pfizer erhalten, wie Johnson sagte.

WHO im Austausch mit London

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) steht mit Großbritannien wegen der Ausbreitung der neuen Variante des Coronavirus in engem Kontakt. Das twitterte die WHO in der Nacht zu Sonntag. Die britischen Behörden würden weiter Informationen und Ergebnisse ihrer Analysen und Studien teilen. »Wir werden die Mitgliedstaaten und die Öffentlichkeit auf dem Laufenden halten, sobald wir mehr über die Merkmale dieser Virusvariante und deren Auswirkungen erfahren.« Derweil werde geraten, weiter alle Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern.

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oka/AFP/dpa
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