Wegen russischen Angriffskriegs Ukraine zieht sich aus Uno-Mission im Kongo zurück

Ukrainische Soldaten sind noch an Friedensmissionen der Uno beteiligt. Nun zieht das Land zunächst 250 Soldaten aus der Demokratischen Republik Kongo ab – weitere könnten folgen.
Ein Blauhelmsoldat im Kongo während der Landung eines Hubschraubers

Ein Blauhelmsoldat im Kongo während der Landung eines Hubschraubers

Foto: Moses Sawasawa / dpa

Die Ukraine zieht ihre Blauhelmsoldaten und militärische Ausrüstung aus der Demokratischen Republik Kongo ab. Ein Uno-Sprecher teilte am Dienstag mit, die ukrainische Regierung habe die Uno offiziell darüber informiert, dass ihr Militärkontingent einschließlich des Personals, der Hubschrauber und der Ausrüstung zurückberufen würden. Das ukrainische Kontingent im Rahmen der Uno-Mission zur Stabilisierung in dem zentralafrikanischen Land (Monusco) umfasst demnach 250 Soldaten. Darunter sind laut Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums mehrere Hubschrauberpiloten.

Die Ukraine ist laut Uno und dem ukrainischen Verteidigungsministerium unter anderem auch an Friedensmissionen der Vereinten Nationen im Südsudan und in Mali beteiligt. Insgesamt sind es Angaben des Verteidigungsministeriums zufolge sechs Missionen. Demnach sind ukrainische Soldaten auch in Abyei, Zypern und Kosovo stationiert. Laut Angaben der Nachrichtenagentur Reuters beabsichtigt die Ukraine, sich aus allen Friedensmissionen zurückzuziehen. Insgesamt betrifft das 300 Soldatinnen und Soldaten. Russland engagiert sich kaum militärisch in den rund 20 Uno-Friedensmissionen weltweit, die insgesamt rund 100.000 Blauhelmsoldaten zählen.

Vor knapp zwei Wochen hat Russland die Ukraine brutal überfallen. Seitdem sind laut Uno-Angaben mehr als 470 Zivilisten getötet worden. Das sind nur die offiziell erfassten Todesfälle, die wirkliche Zahl der zivilen Opfer ist laut den Vereinten Nationen sehr wahrscheinlich viel höher. Die russischen Streitkräfte belagern mehrere Städte, darunter auch die Hafenstadt Mariupol, in der die humanitäre Lage katastrophal sein soll.

höh/Reuters/AFP
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