Gefechte im Donbass Putin beruft nationalen Sicherheitsrat ein

Der russische Sicherheitsrat soll sich noch am Montag treffen. Die Situation im Donbass sei »extrem angespannt«. Moskau wirft Kiew außerdem die Zerstörung eines Grenzpostens vor, die Ukraine spricht von »Falschnachrichten«.
Wladimir Putin hat zuletzt immer wieder versichert, keine Invasion in die Ukraine zu planen

Wladimir Putin hat zuletzt immer wieder versichert, keine Invasion in die Ukraine zu planen

Foto: Mikhail Klimentyev / AP

Angesichts der Gefechte in der ostukrainischen Region Donbass hat Russlands Präsident Wladimir Putin den nationalen Sicherheitsrat einberufen. Das Treffen solle noch am Montag stattfinden, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Peskow bezeichnete die Lage im Konfliktgebiet als »extrem angespannt«. »Wir sehen bisher keine Zeichen für eine Entspannung.« Internationale Beobachter hatten zuletzt von einer massiven Zunahme von Verstößen gegen den geltenden Waffenstillstand gesprochen.

In den vergangenen Tagen hatte sich die Lage im Donbass zugespitzt. Die von Moskau unterstützten Separatisten meldeten mehrere Tote. Die ukrainische Armee sprach am Samstag von zwei getöteten Soldaten. In den ostukrainischen Gebieten Donezk und Luhansk unweit der russischen Grenze kämpfen seit 2014 vom Westen ausgerüstete Regierungstruppen gegen von Russland unterstützte Separatisten. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wurden bereits mehr als 14.000 Menschen getötet.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Russland wirft Ukraine die Zerstörung eines Grenzpostens vor

Am Montag beschuldigte Moskau Kiew zudem, einen russischen Grenzposten beschossen und zerstört zu haben. Am Montagmorgen habe »eine von ukrainischem Gebiet aus abgefeuerte Granate unbekannten Typs den Posten der Grenzbeamten in der Region Rostow vollständig zerstört«, berichteten russische Nachrichtenagenturen, die sich auf vermeintliche Informationen des russischen Geheimdienstes FSB stützten. Opfer gab es demnach nicht; eine unabhängige Bestätigung für den Vorfall gibt es nicht.

Die ukrainische Armee erklärte, die Angaben seien nicht zutreffend; sie habe keine Granate auf den Posten abgefeuert. »Wir können sie nicht daran hindern, Falschnachrichten zu produzieren – aber wir betonen immer, dass wir nicht auf zivile Infrastruktur schießen oder auf Gebiet in der Region Rostow oder was auch immer«, sagte der ukrainische Militärsprecher Pawlo Kowaltschuk.

Nach russischen Angaben befand sich der zerstörte Posten rund 150 Meter von der russisch-ukrainischen Grenze entfernt. Ein von der Nachrichtenagentur Ria Nowosti veröffentlichtes Video zeigte ein kleines zerstörtes Gebäude auf einer bewaldeten Ebene umgeben von Trümmern und Schutt.

Westliche Vertreter warnen seit geraumer Zeit, dass Russland einen Vorwand für einen Angriff auf die Ukraine schaffen könnte. Die zunehmenden Kämpfe in der Ostukraine könnten demnach als ein solcher Vorwand dienen.

Ein massiver Truppenaufmarsch von nach westlichen Angaben rund 150.000 russischen Soldaten an der Grenze zur Ukraine nährt seit Wochen die Befürchtung, Russland könnte in das Nachbarland einmarschieren. Moskau bestreitet jegliche Angriffspläne.

col/AFP/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.