Selenskyj kritisiert Armeeführung »Entscheidungen nicht ohne mich«

Der ukrainische Präsident Selenskyj hat die eigene Militärführung öffentlich kritisiert. Vorausgegangen war eine Diskussion um eine Vorschrift für Wehrpflichtige, die ihren Meldeort nicht ohne Erlaubnis verlassen sollten.
Wolodymyr Selenskyj (hier bei einer Pressekonferenz am 4. Juni) hat den Generalstab seines Landes öffentlich zu mehr Absprache mit ihm aufgefordert

Wolodymyr Selenskyj (hier bei einer Pressekonferenz am 4. Juni) hat den Generalstab seines Landes öffentlich zu mehr Absprache mit ihm aufgefordert

Foto: IMAGO/Ruslan Kaniuka / IMAGO/Ukrinform

Nach heftiger Kritik an Meldeauflagen für Wehrpflichtige in der Ukraine hat Präsident Wolodymyr Selenskyj die Militärführung gerüffelt. Auf der nächsten Sitzung des Generalstabs sollen ihm Verteidigungsminister, Generalstabschef und Armeeoberbefehlshaber detailliert Bericht erstatten, forderte der 44-Jährige in einer Videobotschaft.

»Ich verspreche dem Volk, die Sache zu klären, und bitte weiter den Generalstab, derartige Entscheidungen nicht ohne mich zu treffen.« Es gebe »Unverständnis« und »Entrüstung« in der Gesellschaft.

Zuvor hatten Armeeoberbefehlshaber Walerij Saluschnyj und der Generalstab mitgeteilt, dass wehrpflichtige Ukrainer für das Verlassen des Meldeorts eine Erlaubnis benötigen. Nach Kritik in sozialen Netzwerken wurde nachgeschoben, dass dies nur für das Verlassen des Regierungsbezirks notwendig sei. Grundlage sei eine Gesetzesnorm von 1992.

Ukrainische Männer sind zwischen 18 und 60 Jahren wehrpflichtig und dürfen seit der Verhängung des Kriegsrechts das Land nicht mehr verlassen. Ab Oktober werden auch Frauen in bestimmten Berufsgruppen wehrdienstlich erfasst.

ktz/dpa
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