Streit mit Weißrussland Kreml fordert Freilassung der festgenommenen Russen

Mutmaßliche russische Söldner wurden vor der Präsidentschaftswahl in Weißrussland festgenommen, weil sie angeblich einen Putsch und "Massenunruhen" planten. Doch der Kreml weist die Anschuldigungen zurück.
Verhaftung eines mutmaßlichen russischen Söldners (Ausschnitt aus einem Video)

Verhaftung eines mutmaßlichen russischen Söldners (Ausschnitt aus einem Video)

Foto: AP

Moskau fordert die Freilassung der in Weißrussland festgenommenen mutmaßlichen Söldner der Gruppe "Wagner". Die Vorwürfe gegen die Männer aus Russland seien "unbegründet", sagte Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow.

Die 33 Männer waren am Mittwoch nach Angaben aus Minsk in der Nähe der Hauptstadt festgenommen worden. Die Regierung von Staatschef Alexander Lukaschenko beschuldigt die Männer, "Massenunruhen" in Weißrussland kurz vor den Präsidentschaftswahlen Anfang August geplant zu haben. Die Justiz in Minsk hat inzwischen ein Antiterrorverfahren gegen die festgenommenen Männer eingeleitet. Beobachter schließen aber nicht aus, dass Lukaschenko mit der Festnahme bewusst Angst vor gewaltsamen Umbrüchen schüren will, um seine Wiederwahl zu sichern.

Kreml sagt, Männer seien auf der Durchreise gewesen

Kreml-Sprecher Peskow sagte, die Festgenommenen seien auf der Durchreise gewesen. "Ihr Aufenthalt hat nichts mit Weißrussland selbst zu tun", sagte der Sprecher. "Sie hatten Tickets nach Istanbul." Die Männer seien zu spät in Weißrussland  angekommen und hätten auf ihren Weiterflug gewartet. "Sie sind Angestellte einer privaten Sicherheitsfirma." Sie hätten nichts Verbotenes getan. "Das wissen wir mit Sicherheit", meinte der Kremlsprecher.

Lukaschenko will sich am 9. August für eine sechste Amtszeit wählen lassen. Er wird von Gegnern als "Europas letzter Diktator" kritisiert. In den vergangenen Wochen ging er immer wieder hart gegen Demonstranten vor. Hunderte Menschen wurden bei Protesten gegen seine Dauerherrschaft festgenommen. Am Donnerstagabend versammelten sich Zehntausende Menschen bei einer Kundgebung für die Oppositionelle Swetlana Tichanowskaja. Sie tritt als einer der wenigen Kandidaten bei der Wahl an. Die Menschenrechtsorganisation Wesna sprach von rund 63.000 Teilnehmern.

Die Söldnertruppe "Wagner" kam schon in der Ukraine, in Syrien und Libyen zum Einsatz. Sie soll eng mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin verbunden sein (lesen Sie hier eine Analyse ).

als/dpa/AFP
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