Razzia im Westjordanland Israel tötet Führungsmitglied der Al-Aksa-Brigaden

Bei einer Hausdurchsuchung im Westjordanland hat das israelische Militär einen Anführer der Al-Aksa-Brigaden getötet. Nun werden weitere Konfrontationen befürchtet.
Ausschreitungen zwischen israelischen Soldaten und palästinensischen Demonstranten in Nablus, Westjordanland

Ausschreitungen zwischen israelischen Soldaten und palästinensischen Demonstranten in Nablus, Westjordanland

Foto: Majdi Mohammed / AP

Im Rahmen einer Hausdurchsuchung in Nablus im Westjordanland hat Israel ein Führungsmitglied der Al-Aksa-Brigaden getötet. Ibrahim al-Nabulsi sei für eine Reihe von Anschlägen auf israelische Soldaten in der Gegend verantwortlich gewesen, teilten der israelische Inlandsgeheimdienst Schin Bet sowie das Militär übereinstimmend mit. Bei der versuchten Festnahme seien auch Sprengsätze und weitere Waffen gefunden worden. Zudem sei ein weiteres Al-Aksa-Mitglied getötet worden.

Das palästinensische Gesundheitsministerium bestätigte den Tod von Nabulsi sowie zwei weiteren Menschen. Rund 40 Menschen seien demnach bei dem Einsatz durch Schüsse verletzt worden.

Schüsse in der Altstadt von Nablus

Israelische Armee und Palästinenser beschossen sich in der Altstadt von Nablus, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Angesichts der Auseinandersetzungen brachte die israelische Armee den Verkehr in Nablus, einer der größten Städte im Westjordanland, zum Stillstand.

Die Al-Aksa-Brigaden sind der militärische Arm der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Es handelt sich jedoch um ein lockeres Netzwerk ohne klare Hierarchie, örtliche Gruppierungen agieren oft auf eigene Faust.

Droht ein Ende der Waffenruhe?

Nach dreitägigen Kämpfen war am Sonntag zwischen Israel und der palästinensischen Organisation Islamischer Dschihad im Gazastreifen eine Waffenruhe in Kraft getreten. Das israelische Militär hatte am Freitag die Militäraktion »Morgengrauen« mit Luftangriffen gegen den Dschihad im Gazastreifen gestartet. Während der Operation wurden zwei Dschihad-Militärchefs getötet. Insgesamt wurden nach palästinensischen Angaben 46 Menschen getötet, darunter 16 Kinder, und 360 weitere verletzt.

Als Reaktion feuerten militante Palästinenser daraufhin nach Militärangaben mehr als 1000 Raketen auf israelische Ortschaften. 200 davon seien im Gazastreifen eingeschlagen. Es wird nun befürchtet, dass die Tötung von Nabulsi trotz der vereinbarten Waffenruhe zu weiteren Konfrontationen führen könnte.

Der Einsatz gegen den Dschihad im Gazastreifen ist als Fortsetzung einer Kampagne im Westjordanland zu sehen, die schon seit Monaten andauert. Seit einer Terrorwelle in Israel im Frühjahr führt die Armee dort fast täglich Anti-Terror-Einsätze durch. Mindestens 57 Palästinenser wurden seit Ende März im Westjordanland getötet.

col/dpa/AFP
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