US-Whistleblower Snowden beantragt russische Staatsbürgerschaft

Eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis in Russland hat Edward Snowden bereits, jetzt geht der Whistleblower den nächsten Schritt: Er will zusätzlich zur US-Staatsbürgerschaft auch die russische beantragen.
Edward Snowden

Edward Snowden

Foto: via www.imago-images.de / imago images/Kyodo News

Edward Snowden will jetzt auch russischer Staatsbürger werden. Das kündigte der Whisteblower auf Twitter an.

 "Nach Jahren der Trennung von unseren Eltern haben meine Frau und ich keine Lust, von unserem Sohn getrennt zu werden. Deshalb beantragen wir in Zeiten von Pandemien und geschlossenen Grenzen die doppelte US-russische Staatsbürgerschaft", schrieb Snowden. Ein Foto zeigt ihn mit seiner schwangeren Frau Lindsay Mills, die ebenfalls in Moskau lebt.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Snowden machte zugleich deutlich, dass er und Mills ihr Kind "mit dem ganzen Werteverständnis jenes Amerika, das wir lieben, erziehen" wollten - "einschließlich der Freiheit, seine Meinung zu sagen".

Im vergangenen Monat hatte Russland dem Whistleblower bereits ein unbefristetes Aufenthaltsrecht gewährt.

Snowden hatte 2013 Dokumente zu Ausspähaktivitäten des US-Geheimdienstes NSA und seines britischen Gegenparts GCHQ an Journalisten gegeben. Damit enthüllte er eine ausufernde Überwachung im Internet. Auf der Flucht über Hongkong wollte er nach eigenen Angaben nach Ecuador, strandete aber am Moskauer Flughafen, nachdem die US-Regierung seinen Reisepass annulliert hatte.

In den USA drohen Snowden mehrjährige Haftstrafen. Das FBI wirft ihm Diebstahl von Regierungseigentum, widerrechtliche Weitergabe von Verschlusssachen sowie Spionage vor. Snowden hatte gesagt, dass er gerne in die USA zurückkehren würde, jedoch nur unter der Bedingung, dort ein faires Verfahren zu bekommen. US-Präsident Donald Trump hatte im August eine mögliche Begnadigung Snowdens angedeutet.

als/Reuters/AFP
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.