Islamfeindliche Aktion Aufregung um »Warnschilder« vor islamischen Einrichtungen in Wien

Kurz nach der Veröffentlichung einer umstrittenen »Landkarte des politischen Islam« sind in Wien Schilder mit Warnungen vor muslimischen Organisationen aufgetaucht. Wer die Schilder angebracht hat, ist noch unbekannt.
Zuvor hatte die konservative Integrationsministerin Susanne Raab das Projekt verteidigt

Zuvor hatte die konservative Integrationsministerin Susanne Raab das Projekt verteidigt

Foto: photonews.at/Georges Schneider / imago images/photonews.at

Unbekannte haben in Wien Schilder mit islamfeindlichen Aufschriften vor muslimischen Einrichtungen angebracht. Die Tat ereignet sich Tage nach der Einführung einer »Islam-Landkarte« in Österreich. Verfassungsschützer nahmen Ermittlungen zu den Hintermännern der Aktion auf, und Streifenpolizisten wurden angewiesen, islamischen Organisationen erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Die Warnschilder enthielten einen direkten Verweis auf die Online-Landkarte , die mehr als 600 muslimische Gebetshäuser, Jugendgruppen und andere Organisationen auflistet. Die Karte wurde vorige Woche von einer staatlichen Forschungsstelle präsentiert. Die konservative Integrationsministerin Susanne Raab hat das Projekt als Beitrag zum Kampf gegen Extremismus verteidigt. Dagegen haben christliche Kirchenvertreter, Muslime, Oppositionsparteien und ein Vertreter des Europarates die Karte als stigmatisierend und spaltend verurteilt.

Die Schilder, die Unbekannte vor muslimischen Einrichtungen aufgehängt hatten, zeigten einen bärtigen Mann mit finsterer Miene sowie die Aufschrift »Achtung! Politischer Islam in Deiner Nähe.« Ministerin Raab reagierte mit einer Stellungnahme, in der sie die mutmaßlich rechten Plakat-Aktionisten mit Islamisten gleichsetzte. »Wir müssen als Gesellschaft weiterhin gegen den Extremismus von allen Seiten konsequent vorgehen«, sagte sie. Weder lasse man zu, dass rechte Gruppen den Kampf gegen den Islamismus politisch missbrauchen, noch lasse man sich durch Drohungen von islamistischer Seite vom Weg abbringen.

kim/dpa
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