Österreich Medien verbreiten Tatvideo - Presserat erhält Hunderte Beschwerden

Das Video zeigte Täter und Opfer des Terroranschlags von Wien: Nun haben mehrere österreichische Medien die Verbreitung eingestellt. Beim Presserat war eine Rekordzahl an Beschwerden eingegangen.
Polizisten bewachen den Schwedenplatz in der Wiener Innenstadt

Polizisten bewachen den Schwedenplatz in der Wiener Innenstadt

Foto: HANS PUNZ / AFP

Nach dem schweren Terroranschlag in Wien hat der österreichische Presserat rund 700 Beschwerden wegen der Berichterstattung mehrerer Medien erhalten. Mindestens drei Onlineplattformen hatten ein Video verbreitet, das Szenen der Tat zeigt. Unter anderem war es laut dem österreichischen "Standard"  auf der Plattformen "Oe24.at" und "Österreich" sowie bei der "Kronen Zeitung" zu sehen. Auch "Bild.de" zeigte demnach das Video. Die Aufnahme zeigte Augenzeugenvideos, in denen Schüsse von einem Täter auf Menschen zu sehen sind.

Sowohl die "Kronen Zeitung" als auch "Oe24.at" haben das Video laut Berichten inzwischen gelöscht. Der Chefredakteur der "Kronen Zeitung", Klaus Herrmann, sagte dem "Standard": "Wir haben uns nach internen Diskussionen in der Nacht entschieden, Tatvideos nach bestmöglicher technischer Entschärfung zu veröffentlichen, um die Bedrohungslage zu unterstreichen. Die Videos wurden heute Morgen nach der – vermuteten – Entspannung der Lage wieder offline genommen."

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Bereits am Montagabend hatte der österreichische Presserat als Reaktion auf die Berichterstattung auf Twitter verkündet: "Anlässlich der schrecklichen Attacken in Wien weisen wir eindringlich auf den Persönlichkeitsschutz der Opfer hin."

Bei dem Anschlag waren vier Menschen gestorben, 17 weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz stufte die Tat als islamistischen Terror ein und kündigte an, die Täter zu "jagen". Der Schütze wurde von der Polizei getötet.

Die Suche nach weiteren Tatverdächtigen dauert an. In Wien und Niederösterreich sind Hausdurchsuchungen im Umfeld des Haupttäters im Gang. Ein Sprecher des Bundesheers erklärte, aufgrund des "fürchterlichen, gemeinen und hinterhältigen Anschlags" sei weiterhin das Jagdkommando mit gepanzerten Fahrzeugen und Hubschraubern in Alarmbereitschaft. Inzwischen wurden zwei weitere Verdächtige festgenommen.

lmd
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