"Sympathisant der Terrormiliz IS" Erschossener Angreifer ist ein vorbestrafter 20-Jähriger aus Wien

Österreichs Innenminister hat erste Details zum Angreifer von Wien veröffentlicht. Der von der Polizei erschossene Mann war demnach 20 Jahre alt, hatte nordmazedonische Wurzeln und war einschlägig vorbestraft.
Polizisten sperren den Anschlagsort in der Wiener Innenstadt ab

Polizisten sperren den Anschlagsort in der Wiener Innenstadt ab

Foto: Olafur Steinar Gestsson / imago images/Ritzau Scanpix

Bei dem Täter des Anschlags in Wien handelt es sich um einen 20-Jährigen aus Wien. Das teilte Österreichs Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) der Nachrichtenagentur APA mit. Der Mann hatte demnach nordmazedonische Wurzeln und war ein einschlägig vorbestrafter Anhänger der Terrorgruppe IS.

Der oder die Attentäter hatten am Montagabend in der Wiener Innenstadt um sich geschossen. Mindestens vier Menschen wurden dabei getötet, 17 weitere zum Teil schwer verletzt. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz sprach von einem "widerwärtigen Terroranschlag".

Nach SPIEGEL-Informationen handelt es sich bei dem Täter um den 20-jährigen Kujtim F. Er war bereits im vergangenen Jahr in Wien wegen eines Terrordelikts verurteilt worden. Im Jahr 2018 hatte F. versucht, sich der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien anzuschließen, wurde aber in der Türkei von der Polizei aufgegriffen.

Der österreichische Innenminister Karl Nehammer bezeichnete den getöteten Angreifer als "Sympathisanten der Terrormiliz IS". Der Angreifer war laut Innenminister Nehammer mit einem Sturmgewehr bewaffnet und trug außerdem eine Sprengstoffgürtel-Attrappe.

Die österreichische Polizei habe über den Polizeiverbund Europol um Zusammenarbeit und relevante Informationen über den Attentäter ersucht, teilte das nordmazedonische Innenministerium in der Hauptstadt Skopje mit.

Namen und Herkunft nach gehörte der Attentäter der albanischen Minderheit in Nordmazedonien an. F. wurde nahe Wien geboren. Nach Angaben mazedonischer Medien stammt seine Familie aus dem Dorf Celopek (albanisch: Cellopek) nahe der Stadt Tetovo. Das Gebiet ist nahezu ausschließlich von ethnischen Albanern bewohnt. Diese Minderheit bildet etwa 25 Prozent der Bevölkerung des kleinen Balkanlandes und bekennt sich größtenteils zum Islam.

Nach Angaben der Wiener Polizei hatte Kujtim F. an sechs Tatorten um sich geschossen: Morzinplatz, Salzgries, Seitenstettengasse, Graben, Bauernmarkt und Fleischmarkt.

Der Angreifer soll seinen Anschlag zuvor auf Instagram angekündigt haben. Die Sicherheitsbehörden prüfen nach Recherchen der "Bild"-Zeitung  derzeit, ob der mittlerweile gesperrte Instagram-Account eines Islamisten den Attentäter zeigt.

Täter soll IS Treueschwur geleistet haben

Auf einem Foto des Accounts war ein Mann zu sehen, der mit einem Sturmgewehr, einer Pistole und einer Machete posiert. Zum Bild schrieb er: "Ich gebe die Bayah an Amirul Mumineen, Abu Ibrahim al-Hashimi al-Qurayshi."

Al-Hashimi ist der Anführer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) und Nachfolger des getöteten Abu Bakr al-Baghdadi. Mit "Bayah" ist ein islamischer Treueschwur gemeint, mit dem Einzelne einem Herrscher oder einer Gruppe Loyalität versprechen. Einzeltäter erklären sich so islamistischen Organisationen zugehörig. Das Bekenntnis ermöglicht es einer Terrorgruppe im Anschluss, die Taten für sich zu beanspruchen.

mrc/rol/dpa
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