Terroranschlag in Österreich Tote und Schwerverletzte bei Attacke in Wien

Bei Schusswechseln in der Wiener Innenstadt hat es mindestens zwei Opfer gegeben. Wie die Polizei bestätigte, handelt es sich um mehrere Täter, einer sei bei dem laufenden Einsatz erschossen worden.
Großeinsatz in der Wiener Innenstadt

Großeinsatz in der Wiener Innenstadt

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Georg Hochmuth / dpa

In der Wiener Innenstadt sind am Montagabend gegen 20 Uhr Schüsse gefallen. Dabei habe es mindestens zwei Todesopfer und mehrere Schwerverletzte gegeben, darunter ein Polizist. Das bestätigte die Polizei Wien. Mindestens 15 Menschen seien mit Verletzungen in Krankenhäuser gebracht worden. 

Einer von mehreren Tätern mit Langwaffen, also Schusswaffen, deren Lauf mindestens 30 Zentimeter lang ist, sei bei dem Einsatz erschossen worden. Mindestens ein Täter ist noch auf der Flucht. "Der Angriff läuft noch", sagte Österreichs Innenminister Karl Nehammer im Gespräch mit dem österreichischen Sender ORF.

Zunächst war von einem toten Passanten gesprochen worden. Im Laufe des Abends sei zudem eine Frau in einem Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen, teilte der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig mit.

Ludwig erklärte darüber hinaus, dass der erschossene Täter wohl keinen Sprengstoffgürtel, sondern eine Attrappe getragen habe. Dies werde derzeit noch näher untersucht. Der Mann sei mit einer Langwaffe, aber auch mit einer Pistole und einer Machete ausgerüstet gewesen. Er sei "sehr umfassend vorbereitet" gewesen, sagte Ludwig. Die Polizei überprüft derzeit noch die Identität des Attentäters.

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Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat die Attacke als "widerwärtigen Terroranschlag" verurteilt. "Unsere Polizei wird entschlossen gegen die Täter dieses widerwärtigen Terroranschlags vorgehen", schrieb der österreichische Regierungschef auf Twitter. Das österreichische Bundesheer werde ab sofort den bisher durch die Polizei vorgenommenen Objektschutz in Wien übernehmen, damit sich die Polizei auf die Terrorismusbekämpfung konzentrieren könne.

"Wir erleben gerade schwere Stunden in unserer Republik. Ich möchte allen Einsatzkräften danken, die insbesondere heute für unsere Sicherheit ihr Leben riskieren", schrieb Kurz weiter. "Das ganze Land ist in Gedanken bei den Opfern, Verletzten und ihren Angehörigen, denen ich mein tiefes Mitgefühl ausdrücke."

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Die Tatorte im 1. Wiener Bezirk sind nach Polizeiangaben Seitenstettengasse, Graben, Fleischmarkt, Bauernmarkt, Salzgries, Morzinplatz. Die ersten Schüsse seien in der Seitenstettengasse abgegeben worden, einer belebten Straße im Zentrum. Dort befindet sich auch eine Synagoge. Der mutmaßliche Attentäter wurde nach ORF-Angaben nahe der Ruprechtskirche erschossen.

"Es ist wahllos auf Personen in den Lokalen geschossen worden", sagte Wiens Bürgermeister, "insbesondere auf Personen, die in Schanigärten (Biergärten, Anm. d. Red.) unterwegs waren." Weitere Hintergründe waren zunächst unklar. Ein antisemitischer Hintergrund könne angesichts des Tatorts nicht ausgeschlossen werden, sagte Kanzler Kurz mit Blick auf den Ort der ersten Schüsse nahe einer Synagoge: "Wir können zu dem Hintergrund noch nicht wirklich etwas sagen."

Kurz nannte die Sicherheitslage in der Stadt weiterhin sehr angespannt. Weite Teile der Innenstadt sind abgesperrt, am späten Abend kreisten Hubschrauber über der Stadt.

DER SPIEGEL

Nach Angaben von Rainer Gottwald, Chef der Berufsrettung, sind derzeit 50 Rettungswagen aus Wien im Einsatz, dazu 13 weitere Fahrzeuge, die zur Unterstützung aus Niederösterreich angerückt sind. "Wir haben 16 Notärzte vor Ort, weitere 22 sind einsatzbereit", sagte Gottwald im ORF.

Innenminister Karl Nehammer sagte auf einer Pressekonferenz, dass die Schulpflicht für den heutigen Tag ausgesetzt werde. Er wandte sich auch direkt an die Wienerinnen und Wiener: "Wenn es möglich ist, außer bei beruflichen oder anderen wichtigen Gründen, bitte bleiben Sie zu Hause. Meiden Sie die Innenstadt."

sak/him/clh/cop/dpa