Sebastian Kurz über Terroranschlag "Das hier ist ein Kampf zwischen Zivilisation und Barbarei"

Österreichs Kanzler Kurz hat den Anschlag von Wien als islamistischen Terror eingestuft und angekündigt, die Täter zu "jagen". Gleichzeitig warnte er vor einer Spaltung der Gesellschaft.
Österreichs Kanzler Sebastian Kurz am 3. November

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz am 3. November

Foto: Helmut Fohringer / dpa

Nach dem schweren Terroranschlag in der Wiener Innenstadt hat Österreichs Kanzler Sebastian Kurz angekündigt, dem Terrorismus mit allen Mitteln entgegentreten zu wollen. Gleichzeitig rief er die Bevölkerung zum Zusammenhalt auf und warnte vor der pauschalen Verurteilung bestimmter Religionsgruppen. "Wir werden die Spaltung der Gesellschaft nicht zulassen", sagte Kurz nach einer Sonder-Kabinettssitzung in Wien.

Bei dem Anschlag, bei dem mindestens vier Personen ums Leben kamen, handelte es sich nach Angaben von Kurz um die Tat eines Islamisten. Auch zu den Opfern macht er genauere Angaben: Ein älterer Herr, eine ältere Dame, ein junger Passant und eine Kellnerin seien getötet worden. "Es war ein Anschlag aus Hass auf unsere Grundwerte, auf unser Lebensmodell, auf unsere Demokratie, in der alle Menschen an Rechten und Würde gleich sind."

"Unser Feind, das sind die Extremisten und Terroristen."

Sebastian Kurz

Der Anschlag habe allen Österreicherinnen und Österreichern gegolten. Österreich sei keine "Insel der Seligen", der Terror finde nicht nur im Rest der Welt statt, sagte Kurz. Dennoch dürfe man sich nun nicht einschüchtern lassen und "in die Falle der Islamisten tappen": Diese wollten eine Spaltung der Gesellschaft erreichen.

"Unser Feind, das sind niemals alle Angehörigen einer Religionsgemeinschaft. Unser Feind, das sind die Extremisten und Terroristen." Es gehe nicht um eine "Auseinandersetzung zwischen Christen und Muslimen oder zwischen Österreichern und Migranten". Kurz versprach, die Islamisten im Land mit allen Mitteln zu "jagen" und Täter "ihrer gerechten Strafe zuzuführen". "Das hier ist ein Kampf zwischen Zivilisation und Barbarei. Diesen Kampf werden wir mit aller Entschlossenheit führen."

Kurz sprach den Hinterbliebenen der Opfer sein Mitgefühl aus und dankte allen Helfern, die in der Tatnacht im Einsatz waren. Um 12.00 Uhr soll eine landesweite Gedenkminute abgehalten werden. Auf bundeseigenen Gebäuden wurde zudem Trauerbeflaggung veranlasst. Für ganz Österreich wurde eine dreitägige Staatstrauer angekündigt.

mrc
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