»Passiv sein heißt mitmachen« Wladimir Klitschko wirbt in Berlin für mehr Unterstützung aus Deutschland

Seit Kriegsbeginn weigerten sich die Klitschkos, die Ukraine zu verlassen. Nun ist Wladimir Klitschko, der Bruder des Kiewer Bürgermeisters, doch nach Berlin gereist – und will nicht mit leeren Händen zurückkehren.
Wladimir Klitschko: »Passiv sein heißt mitmachen, wegschauen heißt mitmachen«

Wladimir Klitschko: »Passiv sein heißt mitmachen, wegschauen heißt mitmachen«

Foto: Markus Schreiber / AP

Der frühere Box-Weltmeister Wladimir Klitschko, Bruder des Bürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, hat am Donnerstag in Berlin um mehr deutsche Unterstützung für die Ukraine geworben. Er traf sich dafür unter anderem mit Vizekanzler und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne).

Wladimir Klitschko kam am Morgen als Mitglied einer ukrainischen Delegation in Deutschland an. An dem Gespräch mit Habeck beteiligt waren nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums auch der Sonderbeauftragte des ukrainischen Außenministeriums für Sanktionspolitik, Oleksij Makiejev, sowie die ukrainische Abgeordnete und Co-Vorsitzende der deutsch-ukrainischen Parlamentariergruppe, Halyna Janschenko.

»Ich will, dass unsere Verbündeten diesen Krieg beenden«

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb zuvor auf Twitter, sein Bruder plane Treffen mit mehreren hochrangigen deutschen Politikern. Dabei gehe es um weitere Unterstützung für die Ukraine – politisch und wirtschaftlich, aber auch humanitär und im militärischen Bereich.

Die »Bild« -Zeitung zitierte Wladimir Klitschko, es gehe um »weitere Hilfe für die Ukraine in der für das Land dramatischen Situation«. Klitschko bedanke sich für bereits geleistete Unterstützung, dränge aber auch auf mehr humanitären und militärischen Beistand.

»Wir sind mit unserem Willen stärker als die Waffen oder eine der stärksten Armeen der Welt«, sagte Klitschko. »Aber alles hat ein Limit. Ich will, dass unsere Verbündeten diesen Krieg beenden.« Unterstützung für die Ukraine dürfe nicht nur aus Worten bestehen. »Wer passiv ist, hat Blut an den Händen. Passiv sein heißt mitmachen, wegschauen heißt mitmachen.«

Wladimir Kitschkos Bruder Vitali Klitschko ist als Bürgermeister von Kiew eine Schlüsselfigur des ukrainischen Widerstands gegen den russischen Angriffskrieg. Auch er hat Deutschland wiederholt zu stärkerer Unterstützung für die Ukraine aufgefordert.

Die Stadt Hannover teilte mit, Vitali Klitschko werde am Donnerstagnachmittag per Live-Schalte in einer Ratssitzung sprechen. Seine Ansprache soll auf YouTube übertragen werden.

muk/AFP
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