»Er sagt die richtigen Dinge« Kremlchef amüsiert sich über gefälschte Scholz-Rede

Russlands Präsident hat sich künstliche Intelligenz vorführen lassen. Gezeigt wurden Fakevideos des Bundeskanzlers. Wladimir Putin nahm das wohlwollend zur Kenntnis.
Putin im Kreml an diesem Donnerstag

Putin im Kreml an diesem Donnerstag

Foto: IMAGO/Aleksey Babushkin / IMAGO/SNA

Bei einer Vorführung hat sich der russische Präsident Wladimir Putin über ein Deepfake-Video von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) amüsiert. Putin wurde eine künstliche Intelligenz (KI) gezeigt, die gefälschte Videos erkennen soll – als Beispiel wurde eine Fakerede von Scholz präsentiert. Die staatliche Nachrichtenagentur Ria veröffentlichte am Donnerstag ein kurzes Video, wie der Kremlchef sich in Moskau den angeblichen Auftritt des SPD-Politikers anschaut.

In dem Video legten die russischen Programmierer Scholz erst amerikakritische Worte aus dem beliebten russischen Actionfilm »Bruder 2« in den Mund. Dann ließen sie ihn sagen: »Wir wollten das russische Gas aufgeben. Aber um es mit den Worten eines russischen Klassikers zu sagen: Wir wollten das Beste, aber es kam wie immer.«

Dieses geflügelte Wort stammt vom früheren russischen Ministerpräsidenten Viktor Tschernomyrdin (1938-2010). Er hatte 1993 einen Satz zur damaligen Währungsreform gesagt, der gekürzt zu dem sarkastisch gemeinten Spruch »Wir wollten das Beste, aber es kam wie immer« wurde. In dieser Version wurde er auch als Kritik Tschernomyrdins interpretiert. Solche und ähnliche Sprüche des Politikers sind als »Chernomyrdinka« in die russische Sprache eingegangen.

Putin bezeichnet Rede als inhaltsreich und tiefsinnig

Putin kommentierte die gefälschte Scholz-Rede nach Ende des Videos mit den Worten: »Er sagt die richtigen Dinge.« Die Rede sei inhaltsreich und tiefsinnig gewesen.

Scholz und Putin hatten zuletzt im September miteinander telefoniert. In dem 90-minütigen Gespräch drang Scholz laut einem Sprecher darauf, so schnell wie möglich zu einer diplomatischen Lösung des Krieges zu kommen. Diese müsse auf einem Waffenstillstand, einem vollständigen Rückzug der russischen Truppen und Achtung der territorialen Integrität und Souveränität der Ukraine basieren.

An diesem Mittwoch hatte Scholz Russland erneut aufgefordert, die Angriffe auf die Ukraine zu stoppen. »Dieser Bombenterror gegen die Zivilbevölkerung muss aufhören, und zwar sofort«, sagte Scholz. Russland könne diesen Krieg auf dem Schlachtfeld nicht mehr gewinnen und solle das Töten beenden und den Weg für Friedensverhandlungen frei machen. Man werde an den Sanktionen gegen Russland festhalten.

kko/dpa
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