Gipfel in Usbekistan Putin dankt Xi für »ausgeglichene Position« im Ukrainekrieg

Wladimir Putin sucht die Nähe zu China: Bei einem persönlichen Treffen lobt der Kremlchef Xi Jinping für dessen Haltung nach der Invasion der Ukraine. Der zeigte sich seinerseits Moskau zugewandt.
Wladimir Putin und Xi Jinping in Usbekistan

Wladimir Putin und Xi Jinping in Usbekistan

Foto: Alexandr Demyanchuk / AFP

Es war der erste gemeinsame Termin der beiden seit dem Beginn der russischen Invasion in die Ukraine: In der usbekischen Stadt Samarkand kamen Wladimir Putin und der chinesische Staatschef Xi Jinping zu einem persönlichen Treffen zusammen.

Putin verteilte am Rande des zweitägigen Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) auch gleich Komplimente an den Mann aus Peking. Er dankte Xi für die »ausgeglichene Position«, die China im Ukrainekonflikt einnehme. Er erhoffe sich einen neuen Impuls zur Vertiefung der russisch-chinesischen Partnerschaft. »Wir verstehen Ihre Fragen und Sorgen diesbezüglich und sind natürlich bereit, im Verlauf des heutigen Treffens unsere Position zu dieser Frage ausführlich darzustellen, obwohl wir auch schon vorher darüber geredet haben«, sagte der Kremlchef.

Putin sicherte Xi auch seine Unterstützung in der Taiwanfrage zu. »Wir verurteilen die Provokationen der USA und ihrer Satelliten in der Meerenge vor Taiwan«, sagte er der Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

Auch Xi gab sich Moskau zugewandt: China wolle in eine »chaotische Welt« Stabilität bringen. Sein Land sei bereit, mit Russland die Rolle einer »Großmacht« auszufüllen.

Seit dem Beginn seines Angriffskrieges gegen die Ukraine am 24. Februar und den damit verbundenen westlichen Sanktionen versucht Russland, seine Beziehungen zu asiatischen Ländern auszubauen, allen voran China. Peking hat die russische Invasion in der Ukraine zu keinem Zeitpunkt verurteilt und stattdessen die westlichen Sanktionen gegen Moskau sowie Waffenlieferungen an Kiew kritisiert.

China hat die russische Argumentation übernommen und stellt die USA und die Nato als die Hauptschuldigen in dem Konflikt dar.

Beide Präsidenten hatten sich zuletzt kurz vor Beginn des Kriegs zur Eröffnung der Olympischen Winterspiele Anfang Februar in Peking getroffen  und ihre »grenzenlose« Freundschaft beschworen.

Mit seiner ersten Auslandsreise seit mehr als zweieinhalb Jahren meldete sich Chinas Staatschef in Usbekistan wieder persönlich auf der internationalen Bühne zurück. Wegen der Coronapandemie hatte Xi Jinping die Volksrepublik nicht mehr verlassen und auch in Peking kaum ausländische Staatsgäste empfangen. Im November will er nach indonesischen Angaben auch am Gipfel der großen Industrienationen (G20) auf Bali teilnehmen.

Die Shanghai-Gruppe der acht Staaten unter Führung Chinas und Russlands hat sich Sicherheit und Zusammenarbeit auf die Fahnen geschrieben und will eine Alternative zu der aus ihrer Sicht westlich dominierten Weltordnung schaffen.

als/dpa/Reuters/AFP
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