US-Whistleblower Putin verleiht Snowden die russische Staatsbürgerschaft

Auf der Flucht vor US-Behörden erhielt der NSA-Whistleblower Asyl in Russland. Nun hat Kremlchef Wladimir Putin den Amerikaner Edward Snowden eingebürgert.
Whistleblower Edward Snowden floh vor der US-Strafverfolgung nach Russland

Whistleblower Edward Snowden floh vor der US-Strafverfolgung nach Russland

Foto: REUTERS

Russlands Präsident Wladimir Putin hat ein Dekret unterzeichnet, das dem ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden die russische Staatsbürgerschaft verleiht.

Snowden hatte 2013 Dokumente zu Ausspähaktivitäten des US-Geheimdienstes NSA und seines britischen Gegenparts GCHQ an Journalisten gegeben. Damit enthüllte er eine ausufernde Überwachung im Internet. Auf der Flucht über Hongkong wollte er nach eigenen Angaben nach Ecuador, strandete aber am Moskauer Flughafen, nachdem die US-Regierung seinen Reisepass annulliert hatte.

Snowden bekam Asyl in Russland – jedoch nur mit befristetem Aufenthalt. 2020 hatte Russland Snowden dann die unbefristete Aufenthaltserlaubnis genehmigt.

Snowden hoffte vergeblich auf Asyl in der EU

Snowden hatte zwar den Wunsch nach Asyl in einem EU-Land wie Deutschland geäußert, ein entsprechendes Angebot ist aber offenbar ausgeblieben. In der »Welt«  hatte Snowden Deutschland und Frankreich vergangenes Jahr vorgeworfen, bisher in seiner Sache nichts unternommen zu haben. »Ich sitze ja leider auch aufgrund der Untätigkeit westlicher Regierungen in Moskau fest«, so der Whistleblower.

Die US-Behörden fordern seit Jahren, dass Snowden in die Vereinigten Staaten zurückkehrt. Dort drohen ihm mehrjährige Haftstrafen. Das FBI wirft ihm Diebstahl von Regierungseigentum, widerrechtliche Weitergabe von Verschlusssachen sowie Spionage vor. Der damalige US-Präsident Donald Trump hatte 2020 gesagt, er werde über eine Begnadigung Snowdens nachdenken. Dazu kam es nach seiner Abwahl aber nicht mehr.

muk/Reuters
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