Putin zum Krieg in der Ukraine »Wir haben noch gar nicht richtig angefangen«

Russlands Präsident gibt sich bei einem Treffen mit Duma-Abgeordneten siegessicher. Richtung Nato droht Wladimir Putin: »Der Westen will uns auf dem Schlachtfeld schlagen – lasst es sie nur versuchen.«
Putin bei dem Treffen mit Duma-Abgeordneten im Kreml

Putin bei dem Treffen mit Duma-Abgeordneten im Kreml

Foto: IMAGO/Aleksey Nikolskyi / IMAGO/SNA

Der russische Präsident Wladimir Putin hat den Westen vor dem Hintergrund des Ukrainekrieges vor einer militärischen Konfrontation gewarnt. »Heute hören wir, dass sie uns auf dem Schlachtfeld schlagen wollen. Was soll man dazu sagen? Sollen sie es nur versuchen«, sagte er am Donnerstag in einer kämpferischen Rede in Moskau. Jeder müsse wissen, dass Russland in der Ukraine noch gar nicht richtig angefangen habe.

Zugleich sprach Putin auch zum ersten Mal seit Wochen die Möglichkeit von Verhandlungen an. Moskau lehne Friedensverhandlungen keinesfalls ab, sagte er. »Aber jene, die sich weigern, sollen wissen, dass je weiter sie gehen, desto schwieriger ist es für sie, sich mit uns zu einigen.«

Die Rede hielt Putin bei einem Treffen mit den Fraktionschefs der Parteien der Staatsduma. Sie wurde im Fernsehen übertragen.

Putin und die Duma-Abgeordneten im Kreml

Putin und die Duma-Abgeordneten im Kreml

Foto: ALEXEI NIKOLSKY/SPUTNIK/KREMLIN POOL / EPA

Dabei lobte der Präsident die Politiker als »echte Staatsmänner und Patrioten«, die die »militärische Spezialoperation« in der Ukraine von Beginn an unterstützt hätten. »Es gibt viele Parteien, aber nur eine Heimat«, sagte Putin bei dem Treffen im Kreml. »Es gibt nichts Wichtigeres als das Schicksal des Vaterlandes.«

Putin warf dem Westen zudem erneut vor, »bis zum letzten Ukrainer« kämpfen zu wollen. »Das ist eine Tragödie für das ukrainische Volk.«

Der Kremlchef kam auch auf die Sanktionen des Westens gegen Moskau zu sprechen. Die würden zwar einige Schwierigkeiten verursachen. Die seien aber keinesfalls so gravierend, wie von den Initiatoren erhofft. Der Westen führe einen »wirtschaftlichen Blitzkrieg gegen Russland«.

Die meisten Länder der Welt wollten dem westlichen Modell eines »totalen Liberalismus« nicht folgen, sagte Putin. »Die Menschen in den meisten Ländern wollen nicht so ein Leben und so eine Zukunft. Sie sind es einfach leid, sich selbst erniedrigend vor jenen zu knien, die sich selbst als außergewöhnlich empfinden.«

Selenskyj ruft Westen mit Nachdruck zu weiteren Waffenlieferungen auf

Russische Truppen waren am 24. Februar in der Ukraine einmarschiert. Am Donnerstagabend forderte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Westen mit Nachdruck zu weiteren Waffenlieferungen auf. »Je größer die Verteidigungshilfe für die Ukraine jetzt ist, desto eher wird der Krieg mit unserem Sieg enden und desto geringer werden die Verluste aller Länder der Welt sein.« Kiews Partner besäßen genaue Informationen über die Bedürfnisse der Ukraine, sagte Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache .

Seit Russland die weitgehende Kontrolle über die ostukrainische Region Luhansk übernommen hat, hat sich der Schwerpunkt der Kämpfe ins benachbarte Donezk verlagert. Im Visier der russischen Armee sind besonders die Städte Kramatorsk und Slowjansk.

Am Donnerstagabend meldeten die Behörden in der Region Charkiw, dass drei Menschen durch russische Angriffe getötet worden seien. Fünf weitere Personen wurden demnach verletzt. »Der Feind ist hinterhältig, zielt auf Wohngebiete und zivile Infrastruktur«, erklärte der regionale Befehlshaber Oleh Synjehubow. Die Berichte aus den Kampfgebieten können nicht unabhängig geprüft werden.

Die prorussischen Separatisten in der Region Donezk sprachen von einem Toten und elf Verletzten durch ukrainischen Beschuss. Auch dies konnte nicht unabhängig geprüft werden.

aar/dpa/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.