Rede im EU-Parlament Selenskyj fordert Beweis, dass die EU die Ukraine unterstützt

Bei einer Rede im EU-Parlament fordert Wolodymyr Selensky die schnelle Aufnahme in die Union. Die Ukraine habe gezeigt, dass sie zu Europa gehöre, nun müsse Europa zeigen, dass es hinter seinem Land stehe.
Selenskyjs Videoschalte im EU-Parlament: »Wir wollen unsere Kinder leben sehen«

Selenskyjs Videoschalte im EU-Parlament: »Wir wollen unsere Kinder leben sehen«

Foto: John Thys / AFP

Bei einer Rede im EU-Parlament hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die EU eindringlich zur Unterstützung und einer baldigen Aufnahme in die Union aufgefordert. »Wir kämpfen für unsere Rechte, für unsere Freiheit, für unser Leben. Und nun kämpfen wir ums Überleben«, sagt Selenskyj bei einer Sondersitzung vor dem Europäischen Parlament per Videoschalte. »Aber wir kämpfen auch, um gleichwertige Mitglieder Europas zu sein«, so die Parlamentsübersetzung.

»Die Europäische Union wird mit uns stärker sein, so viel ist sicher«, sagte der ukrainische Präsident weiter. »Ohne euch steht die Ukraine allein da.« Die Ukraine, das habe sich nun gezeigt, gehöre zu Europa. Nun solle die EU unter Beweis stellen, dass sie die Ukraine nicht im Stich lasse. »Zeigen Sie, dass Sie Europäer sind, und dann wird das Leben über den Tod siegen, das Licht über die Dunkelheit.«

Ukraine möchte möglichst schnell der EU beitreten

Wenige Tage nach dem russischen Angriff auf sein Land hatte Selenskyj bereits am Montag eine »unverzügliche Aufnahme der Ukraine nach einer neuen speziellen Prozedur« gefordert. Der Beitritt zur EU ist normalerweise kompliziert und langwierig.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte sich bereits am Sonntag für einen Beitritt der Ukraine ausgesprochen: »Auf lange Sicht gehören sie tatsächlich zu uns. Sie sind einer von uns, und wir wollen sie dabeihaben.« Nun sagte sie in einer Rede unmittelbar im Anschluss 500 Millionen Euro für die »humanitären Folgen« des Ukrainekriegs zu.

Auch der ukrainische Parlamentspräsident Ruslan Stefanchuk warb am Dienstag in einer eigenen Videobotschaft an das Europaparlament eindringlich für den EU-Beitritt seines Landes.

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Viele Abgeordnete hatten bei der Sondersitzung die ukrainischen Farben Blau und Gelb getragen, viele mit der Aufschrift »EU with Ukraine«, EU mit der Ukraine. An vielen Plätzen steckten kleine ukrainische Flaggen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte einen blau-gelben Anstecker an ihrem Blazer.

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Die Abgeordneten sollten in der Sondersitzung in Brüssel über eine Resolution abstimmen, die den russischen Angriff auf die Ukraine scharf verurteilt und die vereinbarten Sanktionen des Westens gegen Russland unterstützt. Der Entwurf plädiert zudem für eine EU-Beitrittsperspektive für die Ukraine.

jlk/mrc/Reuters/dpa