Für 49 Euro Verband rechnet mit 5,6 Millionen Neueinsteigern beim Deutschlandticket

Das 49-Euro-Ticket dürfte die Zahl der Stammkunden im Nahverkehr drastisch steigern – davon gehen die Anbieter aus. Auch zum Startdatum äußert sich der Verband optimistisch.
S-Bahnhof Donnersbergerbrücke in München: Branchenverband hält am Startdatum im Mai fest

S-Bahnhof Donnersbergerbrücke in München: Branchenverband hält am Startdatum im Mai fest

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Wolfgang Maria Weber / IMAGO

Noch gibt es das 49-Euro-Ticket nicht – doch der Branchenverband ist hinsichtlich der Zahl möglicher Nutzerinnen und Nutzer zuversichtlich. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) schätzt, dass mit dem Deutschlandticket rund 5,6 Millionen Menschen erstmals ein Abo für den Nahverkehr abschließen könnten. Zudem geht der Verband von etwa 11,3 Millionen Fahrgästen aus, die von einem anderen Abo in das neue Angebot wechseln werden. Zuvor hatte sich die Branche zurückhaltender gezeigt .

Die Bahn- und Busbranche hält den Start des geplanten Deutschlandtickets für 49 Euro ab Mai derweil immer noch für erreichbar. »Aus unserer Sicht kann es am 1. Mai losgehen mit dem Deutschlandticket, also Verkauf ab Anfang April«, erklärte der Präsident des VDV, Ingo Wortmann in Berlin.

Streit über Details geht weiter

Es fehlten aber noch politische Beschlüsse, die Voraussetzung seien, das Ticket zu verkaufen. »Der Ball liegt diesbezüglich beim Bundesverkehrsministerium«, sagte Wortmann und sieht die Verantwortung bei Minister Volker Wissing (FDP). Es fehlten noch die Genehmigung für einen bundesweiten Tarif, das Ja der EU-Kommission sowie eine Anpassung des Regionalisierungsgesetzes. Auch die längerfristige Finanzierung ist noch unklar.

Eigentlich sollte das Deutschlandticket schon zu Jahresbeginn starten, doch Bund und Länder streiten über Details. So will Wissing ein rein digitales Ticket, während einige Länder auch solche in Papierform wünschen. Der VDV spricht sich für ein überwiegend, aber nicht ausschließlich digitales Ticket aus. Die Umsetzung liegt bei den Verkehrsverbünden und Nahverkehrsunternehmen, die wiederum in der Regel den Ländern gehören.

Die Auswertung des 9-Euro-Tickets, dem Vorgängermodell aus dem vergangenen Sommer, habe laut dem VDV ergeben, dass zwölf Prozent der Bundesbürger durch das Angebot den Nahverkehr häufiger genutzt hätten. Fast 30 Prozent derjenigen, die mit dem Ticket Neukunden wurden, seien auch zwischen September und November regelmäßig Bus und Bahn gefahren. Das seien 1,8 Millionen Fahrgäste gewesen. Weitere 1,6 Millionen Menschen hätten den Nahverkehr danach zumindest häufiger genutzt.

Allerdings sei auch der Pkw nach Auslaufen des Tickets wieder genauso häufig wie vorher eingesetzt worden. Menschen änderten ihr Verhalten in drei Monaten nicht dauerhaft, sagte Wortmann.

ani/Reuters
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