Start des 9-Euro-Tickets »Züge gut gefüllt, aber man findet Platz«

Tag eins des 9-Euro-Tickets beginnt weitgehend entspannt. Busse und Bahnen konnten den Andrang der Pendlerinnen und Pendler gut aufnehmen. Verkehrsminister Wissing wertet die Rabattaktion bereits jetzt als Erfolg.
Auch Fahrräder kommen mit: S-Bahn in Speyer am Mittwochmorgen

Auch Fahrräder kommen mit: S-Bahn in Speyer am Mittwochmorgen

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Ronald Wittek / EPA

Am ersten Geltungstag des 9-Euro-Tickets sind die Fahrgäste im Berufsverkehr am Mittwochmorgen weitgehend reibungslos ans Ziel gekommen. In Hamburg, Nürnberg, Dresden und München berichteten die Verkehrsbetriebe von einem normalen Betrieb, auch in Berlin und Erfurt lief die Aktion ohne Chaos an. Die Deutsche Bahn sprach von einer ruhigen Verkehrslage.

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Der erste Tag mit dem 9-Euro-Ticket

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»Die Züge waren gut gefüllt, man hat aber überall einen Platz gefunden. So soll das aber auch sein«, sagte Sachsen-Anhalts Infrastrukturministerin Lydia Hüskens (FDP) auf dem Magdeburger Hauptbahnhof. Die Verkehrsbranche erwartet den ersten Härtest für das Pfingstwochenende. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) befürchtet eine Überlastung der Züge. Er sei gespannt, ob die Kapazitäten ausreichen, sagte Hermann in Stuttgart.

Seit Mitternacht gilt das 9-Euro-Ticket. Bei der bislang einmaligen Aktion können Fahrgäste für neun Euro einen Monat lang bundesweit den Nahverkehr nutzen. Tickets werden für Juni, Juli und August verkauft. Damit sollen Pendlerinnen und Pendler unterstützt werden, weil die Energiepreise stark gestiegen sind. Außerdem sollen für mehr Klimaschutz neue Nutzer dauerhaft zum Umstieg auf die Bahn bewegt werden.

Gleichzeitig sank die Energiesteuer, damit das Tanken billiger wird. Die Preise für Benzin und Diesel sanken am Mittwoch auch wie erwartet, nachdem sie in den Vortagen stark angestiegen waren. In Berlin war Diesel an manchen Zapfsäulen ausverkauft, was aber nicht allein mit stärkerer Nachfrage zu erklären ist: Viele Tankstellen hatten ihre Tanks zuvor auf niedrige Füllstände leeren lassen.

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Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) zeigte sich erfreut über die große Resonanz auf das 9-Euro-Ticket. »Es ist ein Erfolg, dass wir jetzt schon sieben Millionen Tickets verkauft haben«, sagte Wissing im ZDF-»Morgenmagazin«. Das Ticket sei »längst in den Herzen der Bürgerinnen und Bürger angekommen«. Die Rückmeldungen seien »so positiv, dass ich mich wirklich freue, dass der ÖPNV so im Rampenlicht steht«.

Der Verkehrsminister äußerte die Hoffnung, dass mit der stark vergünstigten Monatskarte für den öffentlichen Nahverkehr eine Steigerung der Nutzerzahlen einhergeht. Seit der Coronapandemie seien die Fahrgastzahlen zurückgegangen und derzeit gebe es lediglich eine Auslastung von etwa 80 Prozent, sagte Wissing. »Wir wollen zurück zu vielen Nutzerinnen und Nutzern.«

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Langfristig seien beim ÖPNV aber auch Strukturveränderungen nötig, führte der Minister weiter aus. Mit der Frage, was dauerhaft besser werden müsse, werde sich eine Arbeitsgruppe gemeinsam mit Ländern im Herbst befassen. Dort sollten dann auch die Erkenntnisse aus dem 9-Euro-Ticket mit einfließen.

Bundeskanzler Olaf Scholz ging im Bundestag auf das Ticket ein – als Beleg, dass die Bundesregierung auch Rentner von den hohen Energiepreisen entlaste, die von der Energiepauschale in der Regel nichts haben. »Übrigens profitieren auch die Rentnerinnen und Rentner von den Entlastungspaketen, bei den Stromrechnungen, vom Tankrabatt und dem 9-Euro-Ticket«, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch in der Generaldebatte des Bundestags zum Etat 2022.

ak/dpa/AFP
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